Entfernungsangabe an neuer Autobahn 14 verunsichert Autofahrer

Mysterium um Abfahrt Tangerhütte

Die Entfernungsangabe an der neuen Autobahn 14 verunsichert derzeit einige Kraftfahrer.
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Die Entfernungsangabe an der neuen Autobahn 14 verunsichert derzeit einige Kraftfahrer.

Tangerhütte – Nicht nur die Wege des Herrn sind unergründlich. Gleiches gilt zuweilen für den Verkehr.

Kaum ist die Euphorie über den frisch gewonnenen Autobahnanschluss „Tangerhütte“ verflogen, da mokieren sich Ortskundige über die Wegweisung von der Abfahrt in die bekanntlich „schönste Stadt in Deutschlands Mitte“. Von satten 19 Kilometern ist dort die Rede. Nach Dolle sollen es vier Kilometer sein. Dabei liegt das Dorf buchstäblich um die Ecke. Ist die Beschilderung vielleicht ein Schildbürgerstreich?.

In der Tat misst die kürzeste und verkehrsgünstigste Strecke von besagter Abfahrt über Dolle, Burgstall und Uchtdorf nach Tangerhütte City-Mitte (Rathaus) lediglich 16,5 Kilometer. Das können Motorisierte selbst erfahren und alle anderen mittels ausgefeilter Computeranwendungen überprüfen. Unbekümmerte könnten meinen: Wen scheren schon ein paar Kilometer? Hauptsache die Richtung stimmt.

So einfach wollen wir es uns aber nicht machen und fragen daher einen, der es wissen müsste: den Projektleiter vom Autobahnbau. Das ist schließlich Maßarbeit. Man stelle sich das Gezeter vor, wenn etwa eine Brücke auch nur um Zentimeter falsch konzipiert ist und nicht passt (alles schon vorgekommen). Für die A14-Nordverlängerung hält Steffen Kauert den Kopf hin, dass so was nicht passiert. Bisher äußerst erfolgreich.

Bei der Frage nach der mysteriösen Beschilderung muss der äußerst fachkundige Bauleiter jedoch passen. Dafür seien Dienstleister zuständig, die für die Entfernungsangabe auf entsprechende Daten zugreifen. Merkwürdige Differenzen kämen auch bei anderen Straßen immer wieder mal vor. Ans Nachmessen oder Nachbessern sei jedenfalls nicht gedacht, wiegelt er ab.

Die Stadt habe man zu der Beschilderung nicht gefragt, erklärt Tangerhüttes Bürgermeister auf Nachfrage. „Ich habe mich auch über diese Angabe gewundert“, sagt Kommunalpolitiker Andreas Brohm. Vielleicht ist nicht die Kernstadt, sondern das geografische Zentrum der Einheitsgemeinde gemeint? Wo das genau liegt, habe bisher noch keiner ermittelt, hebt das Stadtoberhaupt ratlos die Arme. So bringt eine ungeklärte Frage die nächste hervor. VON CHRISTIAN WOHLT

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