Claudia Dalbert besichtigt Bauarbeiten am alten Elbarm bei Bittkau / Projekt kostet 450.000 Euro

Umweltministerin stapft durch Flutmulden-Morast

Die Umweltministerin stapfte mit ´sonnengeblümten Gummistiefeln durch den Morast auf der Elbe-Baustelle.
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Die Umweltministerin stapfte mit sonnengeblümten Gummistiefeln durch den Morast auf der Elbe-Baustelle.

Bittkau. Gummistiefel-Termin mit Landespolitikerin: Mitte der Woche stattete Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) der Einheitsgemeinde Tangerhütte einen Besuch ab. Ihr Interesse galt einer Baustelle an der Elbe bei Bittkau.

Kurz vor Sonnenuntergang stapften sie und ihr Tross dort durch den Morast.

Ute Hahn, Flussbereichsingenieurin des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), Flussbereich Osterburg, und Stefan Feder, Sachgebietsleiter im Umweltamt des Landkreises, erläuterten das Projekt. Für 450.000 Euro wird dort eine sogenannte Flutmulde geschaffen, um einen Nebenarm der Elbe an den Hauptfluss anzubinden. Das soll den Bereich vor dem Verlanden schützen und als Rückzugsort für seltene Tier- und Pflanzenarten erhalten. Der Biber fühlt sich dort bereits wohl. Vielleicht wird das Biotop auch vom Elbelachs als Laichgewässer entdeckt, hoffen die Experten.

Ute Hahn (r.), Flussbereichsingenieurin des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, Bereich Osterburg, und Stefan Feder, Sachgebietsleiter im Umweltamt des Landkreises Stendal, erläuterten ihr das laufende Projekt.

Das Geld für die Arbeiten stammt aus Landesmitteln und wurde im April dieses Jahres bereitgestellt. Die Planungen begannen im Juni und die Arbeiten an der fünf Meter tiefen Rinne am 16. Oktober. Bis Jahresende sollen sie abgeschlossen sein, wenn nicht das heranziehende Elbe-Hochwasser den Planern einen Strich durch die Rechnung macht.

Sachgebietsleiter Stefan Feder wünscht sich weniger Bürokratie bei den Planungen für den Hochwasserschutz. Er kritisierte „einen erheblichen Verwaltungsaufwand“.

Insgesamt wurden aus dem Umweltsofortprogramm des Landes in diesem Jahr 139 Projekte (davon 90 im Bereich Wasserbau) mit einem Investitionsvolumen von knapp zehn Millionen Euro umgesetzt, fünf davon im Landkreis Stendal. Am selben Tag hatte die Ministerin übrigens eine weitere Maßnahme am Schollener See besichtigt. Hier ging es um die Anbindung des Sees an die Havel.

Bei Bittkau entsteht eine sogenannte Flutmulde, um einen Nebenarm der Elbe an den Hauptfluss anzubinden.

Dalbert lobte die gute Zusammenarbeit der beteiligten Partner: Ministerium, LHW und die 16 Gewässer-Unterhaltungsverbände im Land. Die problemlose Umsetzung der Vorhaben zeige, dass etwas bewegt werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen, sagte sie. Zufrieden, aber nicht ganz so euphorisch gab sich der Vertreter des Landkreises. Die Vorbereitung und die Antragstellung seien mit erheblichem Verwaltungsaufwand verbunden, mahnte er einen Abbau bürokratischer Hürden an.

Ursprünglich, so Stefan Feder, sollte das seit dem Jahr 2011 geplante Projekt bereits im Jahr 2013 umgesetzt werden. Wegen der Jahrtausendflut ging das Vorhaben damals den Bach herunter. Nun konnten die Pläne aus der Schublade gezogen werden. Daher war die schnelle Realisierung möglich.

Von Christian Wohlt

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