Stallbetreiber ergreift Maßnahmen

Mief über Mastanlage: Demkeraner sammeln mehr als 200 Unterschriften

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Der Geruch, welcher durch die Schweinemastanlage in Demker entsteht, behagt den Anwohnern gar nicht.

Demker. Der Sommer ist vorüber, die Hitzewelle endgültig abgezogen, doch die miefige Dunstwolke über dem Tangerhütter Ortsteil Demker bestehe an so manchem Tagen nach wie vor, berichten einige Anwohner.

Bereits während der warmen Jahreszeit beklagten diese den anhaltenden Gestank, der von der örtlichen Schweinemastanlage ausgehe.

Wäsche in den Garten hängen oder gemütliche Grillabende mit Freunden seien da kaum möglich. Um etwas gegen den Geruch zu unternehmen, haben einige Demkeraner eine Unterschriftenaktion gestartet. „Mehr als 200 Leute aus Demker, Elversdorf und Teilen von Bellingen haben unterschrieben“, berichten die Initiatoren der AZ am Mittwoch. Die Aktion habe bei der Bevölkerung einen Nerv getroffen, viele seien froh, dass nun jemand aktiv werde, teilen die Anwohner mit. In Kürze solle die Liste an das Landratsamt übergeben werden.

Um den Anwohnern entgegenzukommen, teilt der Stallbetreiber „Ruppiner Landferkel“ auf AZ-Anfrage mit, dass 2019 bauliche Veränderungen an der Schweinemastanlage bevorstehen würden. „Die Kamine sollen entsprechend der technischen Weisung erhöht werden“, sagt Geschäftsführer Jürgen Holling am Mittwoch. Eine Auftragsbestätigung über die freiwillige Baumaßnahme für rund 15.000 Euro solle der Landesumweltbehörde bereits bis 21. Dezember vorgelegt werden. Danach bleibe dem Unternehmen ein halbes Jahr für die bauliche Umsetzung.

Grundsätzlich merkt Holling jedoch an, dass landwirtschaftliche Betriebe nun einmal Emissionen ausstoßen würden. Diese seien schwer zu bestimmen – vor allem, da der Tangerhütter Ortsteil zudem noch einen Milchviehbetrieb beherbergt. Die Schweinemastanlage sei nach Baurecht zu 100 Prozent auf Vordermann gebracht worden.

Zwar müsse auch der Geschäftsführer einräumen, dass der Rekordsommer 2018 dazu beigetragen habe, dass Stallluft nicht ohne Weiteres in die Atmosphäre habe abziehen können, doch ein gewisser Geruch sei auf einem Dorf schließlich nicht unüblich. „Und es gibt in Demker ja auch genug Leute, die sagen, sie riechen das gar nicht. Das ist Verrücktgemache“, findet Holling.

Von Laura Kühn

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