Fair und ohne fliegende Rollatoren

Metal-Musik-Fans feierten friedlich zum 12. Mal

+
Das zwölfte Rock unter den Eichen-Festival ist nun auch wieder Geschichte. Die 13. Runde wird 2016 wieder Ende Juli eingeleutet. Für viele Metalheads aus allen Ecken der Welt ist das familiäre Open Air bereits ein fester Bestandteil in der Jahresplanung.

Bertingen. Das Gewitter ist vorübergezogen. Still ist es wettertechnisch, aber auch musikalisch wieder einmal in Bertingen geworden, bis im Juli 2016 die Horden der „Metalheads“ wieder im Süden der Altmark einziehen.

Liehen sich die Ordner, die auf dem baumlosen Campingplatz II aufpassten, am Freitag noch Regenschirme, um nicht gleich von der Sonne gebrutzelt zu werden, wären ihnen diese Utensilien mit Beginn des Samstages wahrscheinlich vom Sturm aus den Händen gerissen worden. Zahlreiche Pavillons und Zelte mussten die Besucher der zwölften Auflage des Rock unter den Eichen-Festivals (RUDE) in diesem Jahr nicht selbst abbauen. Der Wind hatte dies teilweise erledigt. Die Reste mussten nur noch zum Container gebracht werden.

Gut, dass es die Eichen und jene andere Baumarten am Dorfplatz gibt, die sich schützend um die zahlreichen Besucher aus der Metalgemeinde stellten. Somit tobten eher die Musiker der rund 20 Bands auf der und die Fans der Musik vor der Bühne teilweise wie Wirbelwinde umher – natürlich immer mit Rücksicht auf den Nachbarn und mit Blick auf den Metal-Gemeinden-Nachwuchs. Denn zum RUDE kommen nicht nur einsame Männer mit langen Haaren, die sich zwei Tage lang am Bier festhalten. Der familiäre, der kleinere, aber qualitativ hochwertige Rahmen des Open Airs, wird eben auch dadurch deutlich, dass die Kultur- und Musikliebhaber zusammen mit ihren Kindern – mit gutem Schutz für die Gehörgänge – kommen.

So blieb die Stimmung trotz aggressiver Klänge rundum friedlich und fair. Auch bei den Autogrammstunden stellten sich alle brav an, die den Stars der Szene nah sein wollten. „Bei großen Veranstaltungen der Volksmusik fliegen da schon einmal die Rollatoren durch die Gegend“, sagte ein Ordner im Gespräch mit der AZ. Das RUDE 2015 bewies sich wieder einmal als wichtiger Baustein in der oft durchwachsenen Kulturlandschaft Altmark.

Von Alexander Postolache

Kommentare