Lückenschluss rückt näher

650 Schals für Radweg zwischen Birkholz und Cobbel

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Die Strickfrauen aus Borstel haben beherzt die Nadeln gekreuzt.

Birkholz/Cobbel – „Wir suchen jetzt Menschen, die die Schals halten werden“, berichtet Edda Ahrberg, ehemalige Ortsbürgermeisterin von Cobbel und Mitglied der Initiativgruppe „Ein Weg für alle. Lückenschluss Birkholz/Cobbel“ der AZ.

Seit Monaten setzen sich die beiden Ortschaften dafür ein, dass ein Verbindungsradweg über 2,3 Kilometer zwischen ihnen endlich gebaut werden kann. Zu einer der tragenden Aktionen gehört eine Mensch-Schal-Kette, die am Sonnabend, 21. September, gebildet werden soll.

715 wärmende Strickstücke und ebensoviele Freiwillige sind gefragt, damit das Vorhaben gelingt. „Wir haben inzwischen rund 650 Schals“, freut sich Ahrberg über die Hilfe. Einige Tage vor dem Termin werde sie nochmals losfahren und die letzten Handarbeitserzeugnisse einsammeln.

Besonders tüchtig an den Sticknadeln aktiv waren neben den Frauen aus Birkholz auch die Strickfrauen aus Stendals Ortsteil Borstel. Aber auch umliegende Dörfer hätten das eine oder andere Strickwerk beigesteuert, um die Lücke zu schließen. Einige seien zudem aus Sachsen, wie etwa aus Hoyerswerda von einem ehemaligen Altmärker, übersendet worden. „Ich denke, damit reichen wir aus“, ist die ehemalige Ortsbürgermeisterin zuversichtlich.

Jetzt seien vor allem die Hände wichtig, welche die Schals dann auch halten sollen. Getroffen werde sich um 13.30 Uhr jeweils in Birkholz am Sportplatz und in Cobbel am Dorfgemeinschaftshaus. Um 15 Uhr werden Feuerwehren mit Martinshörnern den symbolischen Lückenschluss verkünden. Im Zuge dessen können die mühevoll in Handarbeit gefertigten Schals für einen Mindestbetrag von zehn Euro erworben werden.

Anmeldungen für die Mensch-Schal-Kette seien übrigens nicht erforderlich. „Aber wenn uns jemand Mut machen will, dann soll er die Teilnahme unter Tel.: (03935) 21 22 51 melden“, sagt Ahrberg. Einzelpersonen werden ebenso gebraucht, wie größere Gruppen oder ganze Vereine. Jede Hand zähle.

Seit Langem wünschen sich die Ortschaften einen Radweg. Bereits seit 2010 ist das Projekt in der Planung. Fördermittel für das rund 500 000 Euro teure Projekt konnten durch das Land Sachsen-Anhalt akquiriert werden. Trotzdem muss die Kommune einen Eigenanteil von 50 000 Euro aufbringen. Besagte Kosten möchte die Initiativgruppe selbstständig stemmen, damit die Arbeiten womöglich schon im kommenden Jahr beginnen können.

VON LAURA KÜHN

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