Zwischen Wehrleiter und Ortsbürgermeisterin brennt im Stadtrat die Luft

Löschwasser im Raum Tangerhütte: Chef gibt Entwarnung

Gemeindewehrleiter Nils Wilhelm bezog Stellung zum Thema Löschwasser.
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Gemeindewehrleiter Nils Wilhelm bezog Stellung zum Thema Löschwasser.

Tangerhütte – Zwischen Tangerhüttes Gemeindewehrleiter Nils Wilhelm und Griebens Ortsbürgermeisterin Rita Platte (Wählergemeinschaft Altmark-Elbe) brannte im jüngsten Stadtrat die Luft. Es ging um die Löschwasserversorgung.

Anlass, das Thema auf die Agenda zu heben, war der verheerenden Brand in Bittkau, Anfang Juli, bei dem es erhebliche Probleme mit der Wasserversorgung gab.

Das Wasser musste damals zum Teil über eine kilometerlange Leitung aus der Elbe herangeholt werden. Löschbrunnen in der Nähe des Brandherdes waren versiegt. Wilhelm verwies auf das Löschwasserkonzept der Einheitsgemeinde und stellte eine aktuelle Analyse der Situation vor.

Beim verheerenden Brand in Bittkau musste das Wasser zum Teil über weite Entfernungen herangepumpt werden.

Die gesetzlich vorgeschriebene so genannte „Hilfsfrist“ von der Alarmierung bis zum Beginn des Einsatzes vor Ort werde eingehalten. Meist übernehme ein Tanklöschfahrzeug die notwendige Wasserversorgung. Insgesamt gebe es in der Einheitsgemeinde 140 öffentliche Löschbrunnen. Davon seien 14 defekt. Zudem könnten auch solche auf privatem Grund und an vielen Stellen offene Gewässer oder Löschteiche genutzt werden. Insgesamt habe die Einheitsgemeinde im vergangenen Jahr 111 000 Euro in die Brunnen investiert. Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Feuerwehren laufe gut.

Bittkau sei ein Problemschwerpunkt, weil die Brunnen im Ort nicht die nötige Wasserleistung erreichen. Der Auftrag für einen neuen Brunnen dort sei bereits erteilt. Die Versorgung in Polte sieht der Wehrleiter ebenfalls als problematisch an. „Bauchschmerzen“ bereiten ihm auch Sandfurth und Scheeren. In allen anderen Ortschaften sei die Löschwasserversorgung gesichert, wenn auch nicht überall optimal. Ein akutes Risiko bestehe also nicht.

Dem widersprach Rita Platte für ihren Ort. Sie sieht Grieben in der Analyse nicht ausreichend dargestellt. Es entspann sich ein fachlicher Meinungsstreit zwischen dem Brandschutzexperten und der Ortsbürgermeisterin. Wilhelm nahm die Einladung an, in einer Ortschaftsratssitzung Stellung zu nehmen. Er betonte, dass er für die Feuerwehren der Gemeinde schwerwiegendere Herausforderungen sieht. „Wir würden uns natürlich freuen, alle 100 Meter einen Hydranten zu haben. Aber es gibt andere Baustellen“, sagte er.

VON CHRISTIAN WOHLT 

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