Ausgewandert: Nach acht Monaten Beziehung Neuanfang auf anderem Kontinent

Für die Liebe auf nach Mexiko

Die ehemalige Tangerhütterin Sabine Klimm entschied sich für ihre neue Liebe und ein neues Leben, weit weg von der Heimat. Ihre Erlebnisse hat sie zu Papier gebracht. Fotos (2): privat

Tangerhütte/Baja California. Die meisten Frauen entscheiden sich nach der Trennung oder Scheidung für einen neuen Haarschnitt und renovieren ihre Wohnung.

Aber Sabine Klimm entschloss sich für einen drastischen Weg, der nicht nur ihr Leben beeinflusst hat, sondern auch das der restlichen Familie. Sie wanderte mit ihrem neuen Partner nach Mexiko aus.

„Ausgerechnet Mexiko“ von Sabine Klimm

„Ich bin im schönen Tangerhütte aufgewachsen und war 23 Jahre verheiratet“, berichtet Klimm. Dreißig Jahre arbeitete sich als Kindergärtnerin. Als sie dann Anfang 2004 ihren zweiten Mann im Internet kennen und später lieben lernte, ging alles ganz schnell. Denn er ist nicht aus Deutschland, sondern lebt eigentlich auf einem anderen Kontinent. Bereits im Oktober des gleichen Jahres wandern die beiden Frischverliebten ohne ein konkretes Ziel aus. Mit schwerem Herzen lässt sie die Kleinstadt mitten in Deutschland hinter sich, aber mit viel Vorfreude auf das Neue und einer Extraportion Abenteuerlust. Ihre Erlebnisse seit diesem Zeitpunkt hat sie in einem Buch verarbeitet, das im Spiegelberg-Verlag erschienen ist. „Ausgerechnet Mexiko“ hat sie ihr Erstlingswerk betitelt und will dem neugierigen Leser nahe bringen, warum sie sich vor mehr als sieben Jahren für diesen Schritt entschieden hat.

„Das Buch zeigt eine abenteuerliche Reise mit vielen aufregenden Erlebnissen durch verschiedene Länder bis wir in Mexiko ankommen“, erzählt Klimm. In Cabo San Lucas erwartet sie eine Villa, völlig heruntergekommen, die sie in gemeinsamer Arbeit renoviert und wieder bewohnbar gemacht haben und die sie später an Touristen vermieten wollen.

Mexikanische Mentalität

Die mexikanische Mentalität machte ihr gelegentlich zu schaffen. So geriet die Baustelle immer wieder ins Stocken. In „Ausgerechnet Mexiko“ beschreibt sie ihre Erfahrungen mit der mexikanischen Mentalität und andere lustige und weniger amüsante Katastrophen, die die Auswanderer am eigenen Leib erfahren haben. Denn in Mexiko scheint nicht nur die Sonne. So lernte Klimm auch schnell die Seiten des Landes kennen, die normale Touristen nicht zu sehen bekommen. Klimm berichtet: „Von der Korruption und der Bekanntschaft mit Betrügern und Verbrechern blieben wir nicht verschont. Aber ich liebe dieses andere freie Leben und bin dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe.“ Mehr will sie nicht verraten, „schließlich soll der Buchleser auch noch spannende Momente entdecken.“ Wer den Alltag der lebenslustigen Deutschen in dem weit entfernten Land verfolgen möchte, kann sich einige Bilder und witzige Kommentare der Auswanderer im Internet unter www.sklimm.com anschauen.

Und sie weiß noch etwas Positives zu berichten: „In Mexiko habe ich mir endlich meinen großen Traum erfüllt, ich habe meine malerischen Anfänge, die in der Zeit nach meiner ersten Ehe liegen, ausgebaut und bin eine Malerin geworden“, schwärmt die ehemalige Tangerhütterin. Ihre zahlreichen Werke sind auf einer ihrer Internetseiten unter www.sabrinaklimm.com zu sehen. Auch wenn Klimm ihre neue Heimat schnell lieben gelernt hat, vermisst sie doch immer ihre beiden Kinder, die mittlerweile erwachsen sind, und auch ihre Eltern, die sie in der vertrauten Umgebung für ihr neues Glück zurückließ. „Ich fühle mich immer noch sehr mit Tangerhütte verbunden und besuche so oft wie möglich meine Familie in der alten Heimat.“

Von Berit Wagner

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