Autobahn soll Umschwung bringen

Leere Schule bei Jugend beliebt – Brohm mahnt: „Das ist kein Spielplatz“

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Kinder und Jugendliche haben auf dem Gelände nichts zu suchen. Der Zutritt ist verboten.

Tangerhütte – Die meisten Kinder und Jugendlichen können es kaum erwarten, dass die letzte Glocke schellt und sie der Schule endlich den Rücken kehren können. Beim alten Gymnasium am Neustädter Ring scheint der Sachverhalt allerdings anders zu liegen.

Unterricht wird hier bereits seit zwölf Jahren nicht mehr geführt. Vielleicht ist die verlassene Schule gerade deswegen so verlockend für Kinder und Jugendliche, welche Anwohner auch schon auf dem Dach des leer stehendes Gebäudes beobachtet haben.

Die Natur holt sich das Gelände des alten Gymnasiums zurück. Das Namensschild verschwindet beinahe hinter Zweigen und Ästen.

Vonseiten der Stadt könne da nicht viel getan werden. Streng genommen, befindet sich das alte Gymnasium nämlich im Besitz des Landkreises. Einheitsgemeindechef Andreas Brohm (parteilos) appelliert an Eltern und ihren Nachwuchs: „Das ist kein Spielplatz!“ Denn wie Schilder an Zäunen und Toren warnen, ist der Zutritt nicht gestattet. „Schlussendlich begehen die Jugendlichen Hausfriedensbruch“, erklärt Brohm sachlich. Die Eltern seien in der Pflicht, auf ihre Kinder zu achten, „auch wenn das in dem Alter natürlich schwierig sein kann“, räumt der Einheitsgemeindebürgermeister im AZ-Gespräch ein.

Der Eingang scheint zwischen Bäumen und Sträuchern zu verschwinden. Besonders hoch ist der Zaun nicht.

Auf die Frage, was denn eigentlich aus dem verlassenen Gebäude werden soll, hat der Stadtchef momentan keine Antwort parat. Am Stand habe sich nichts verändert. Gespräche und Ideen dazu gebe es immer wieder. Denn auch wenn die Stadt nicht Herr über die ehemalige Schule sei, „hilft es ja nicht, zu sagen, ‘Das gehört uns nicht!’“. Vielmehr sei es ein bekanntes Problem mit ungenutzten, ortsprägenden Grundstücken. Der Einheitsgemeinde selbst würde es allerdings an finanziellen Mitteln fehlen, um dort etwas auf die Beine zu stellen. „Wir fänden es gut, wenn der Markt reagieren würde“, merkt der Bürgermeister an und hofft auf einen Projektträger, einen Investor, der sich der Sache annimmt. Hoffnungen setze er auch auf den Bau der Autobahn 14. 2020 soll immerhin der Abschnitt Colbitz/Tangerhütte freigegeben werden und die Tangerstadt eine eigene Abfahrt bekommen. Die Nähe zur Autobahnbiete neue Möglichkeiten.

Scheiben fehlen auch in der Bushaltestelle.

Erst im vergangenen Jahr äußerte sich Brohm gegenüber der AZ, für eine Erschließung des alten Schulgeländes als Wohngebiet zu plädieren. Was schlussendlich aber einmal daraus werde, entscheide schließlich der Investor. „Wir können nur mit Engelszungen zureden.“ Grundsätzlich jedoch sei das Ziel die „städtebauliche Entwicklung“ der Einheitsgemeinde.

VON LAURA KÜHN

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