Einheitsgemeinde Tangerhütte diskutiert über Vereinheitlichung der Gebühren

Lebhafter Streit um Friedhöfe

In der Kernstadt Tangerhütte sind die Gebühren höher, als in den Ortschaften. Ein Argument für eine Anpassung der Gebühren ist der Grad der Kostendeckung. Fotos (2): ct-press
+
In der Kernstadt Tangerhütte sind die Gebühren höher, als in den Ortschaften. Ein Argument für eine Anpassung der Gebühren ist der Grad der Kostendeckung.

Tangerhütte. Da waren sie wieder, die Gräben zwischen den vormals eigenständigen Gemeinden und der „alten“ Stadt Tangerhütte. Auch sieben Jahre nach der Zwangsehe scheinen die Wunden nicht verheilt. Im Stadtrat der Einheitsgemeinde brachen sie jetzt erneut auf.

Ausgerechnet am sensiblen Thema Friedhöfe entzündete sich ein lebhafter Streit.

Die Gebühren für Grabstätten und Beerdigungen sollen vereinheitlicht werden. So sieht es ein Entwurf der Verwaltung vor. Für viele der kleineren Ortschaften wäre damit eine Kostensteigerung verbunden, denn Orientierungsgröße sind die höheren Gebühren in der Kernstadt. Für die Vertreter der Dörfer eine bittere Pille. Ihr Argument: „Wir haben günstig gewirtschaftet und sollen nun trotzdem mehr bezahlen.“ Dass der Preis letztlich dennoch unter dem der Kernstadt bleiben soll, ist für sie nur ein schwacher Trost.

Lebhafte und teils hitzige Debatten gab es zum Thema Friedhöfe in der Sitzungspause.

Tangerhüttes Vertreter, Michael Nagler (SPD) machte in der Sitzung aber eine ganz andere Rechnung auf. Er zog den Grad der Kostendeckung – die Friedhofsbewirtschaftung bleibt auch nach dem aktuellen Vorschlag ein Zuschussgeschäft – als Maßstab heran. Während in der Kernstadt 75 Prozent der Kosten durch die Gebühren gedeckt sind, liegt dieser Wert in den Ortschaften nur bei 50 Prozent. Nagler forderte eine Anpassung auf das höhere Niveau.

Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) warb dafür, den Verwaltungsvorschlag anzunehmen und das Thema in ein oder zwei Jahren erneut auf den Prüfstand zu stellen. Seit zehn Jahren seien die Gebühren nicht angepasst worden. Jetzt gehe es darum, einen Einstieg in die Vereinheitlichung zu finden, sagte er.

Es entspann sich eine hitzige Debatte, die aus dem Ruder zu laufen drohte. Stadtratsvorsitzender Gerhard Borstell (SPD) unterbrach die Sitzung. In der Pause wurde lebhaft und lautstark diskutiert. Edith Braun (Wählergemeinschaft Lüderitz) rettete mit ihrem Antrag, das Thema komplett von der Tagesordnung zu nehmen und erneut in die Ausschüsse zu verweisen, die Situation. Dem folgte das Gremium mehrheitlich.

Von Christian Wohlt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare