Gebote bis Ende November möglich

Landkreis will Schule verkaufen

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Tangerhütte. Versilbern will der Landkreis Stendal eine Immobilie in Tangerhütte. Genauer gesagt geht es um das voll erschlossene Schulgrundstück, Neustädter Ring.

Es weist eine Größe von knapp 27 200 Quadratmeter auf und befindet sich auf Gemarkung Tangerhütte. Darüber informierte Kreistagsvorsitzender Lothar Riedinger in der jüngsten Sitzung des Gremiums. „Das Objekt soll an den Meistbietenden verkauft werden“, sagte Riedinger. Das Mindestgebot orientiere sich am aktuellen Bodenrichtwert.

Das Grundstück ist bebaut mit einem Schulgebäude „Typ Cottbus“ und einer Sporthalle. Beide Baujahr 1981. Das Schulgebäude steht im Übrigen seit August 2007 leer. Angebote für das Areal nimmt der Landkreis Stendal noch bis Ende November entgegen.

Nun soll er weg der Schandfleck am Neustädter Ring. Nachdem Pläne zur Nutzung gescheitert sind, steht das Areal mitsamt der Schulruine zum Verkauf. Nur 26 Jahre lang erfüllte das Haus den Zweck, für den es gebaut worden war.

Es war im Frühjahr 1981 als auch in Tangerhütte die Bautrupps des Wohnungsbaukombinates anrückten und an der Westtangente ein Plattenbaugebiet aus dem Boden stampften. Die aufstrebende Kreisstadt zählte damals rund 8000 Einwohner, darunter viele Kinder. Nicht nur Wohnraum war knapp. Auch die beiden Polytechnischen Oberschulen (POS) der Stadt platzen aus den Nähten. Insbesondere die Wilhelm-Wundt-Schule hatte mit mehr als 700 Schülern ihre Kapazitätsgrenze bereits längst überschritten.

So entstand auf der grünen Wiese mit dem Neubaugebiet ein Schulneubau. Beide wurden nach einem DDR-Politiker benannt, der als potenzieller Nachfolger von Staats- und Parteichef Erich Honecker galt. Werner Lamberz war 1978 bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz in Libyen ums Leben gekommen.

Im September 1981 zogen die ersten Klassen in die neue Werner-Lamberz-Schule ein. Erster Direktor war Heinz Ostrowski. Schnell mauserte sie sich zu größten Bildungseinrichtung des Kreises. Im Jahr 1985 wurden dort 475 Schüler in 22 Klassen von 35 Lehrern unterrichtet. Der Kreis Tangerhütte wurde 1988 aufgelöst und seit 1990 sind auch die DDR und ihr Schulsystem Geschichte. Doch das Schulgebäude erlebte nach der Wende noch einmal eine Blüte. Noch immer prangt der Name „Altmärkisches Gymnasium“ an der Fassade. Im Jahre 1992 zog die Einrichtung am Neustädter Ring ein.

Doch mit der Einwohnerzahl der Region, sank auch die Schülerzahl in den Nachwendejahren rapide. Das Tangerhütter Gymnasium wurde zum Auslaufmodell. Im Jahr 2007 kam das endgültige Aus. Seitdem steht das Gebäude leer. Von außen macht es noch immer einen soliden Eindruck, doch wann die Abrissbirne anrückt, ist wohl nur eine Frage der Zeit. Zwischenzeitlich hatte der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Interesse angemeldet, das Gebäude zu nutzen. Der Regionalverband Altmark wollte ein Mehrgenerationenprojekt verwirklichen.

Von Arno Zähringer und Christian Wohlt

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