Durcheinander endet

Landkreis sortiert sich neu: Recyclinghof Tangerhütte startet

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Elektrogeräte, Schrott, Holzreste und anderes mehr stehen auf der Liste. Was angenommen wird, kann variieren. Recyclinghöfe gibt es fast überall in der Republik.

Stendal / Tangerhütte – Nun macht es der Landkreis offiziell: Tangerhütte bekommt wieder einen Recyclinghof. „Ein neuer Standort wird voraussichtlich im September eröffnet“, informiert Kreissprecherin Angela Vogel auf Nachfrage.

„Der Verein Lebenshilfe für behinderte Menschen wird als Partner in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen.“ Der genaue Zeitpunkt befinde sich noch in der Abstimmung.

Der Recyclinghof an der Tangermünder Chaussee war für viele Bürger überraschend und plötzlich Ende April geschlossen worden. Nun sollen die Behälter nahe der Birkholzer Chaussee aufgestellt werden (AZ berichtete).

Auf wie viele Jahre der Vertrag mit dem neuen Partner angelegt ist, dazu äußert sich Vogel genauso wenig wie über andere Details. Die nötige baurechtliche Genehmigung für den Standort liege jedenfalls seit Anfang Juli vor. „Nunmehr gilt es, die Sicherstellung der Löschwasserversorgung abzustimmen sowie verschiedene Formalien.“ Der Hof an sich habe keine Besonderheiten. „Die Lebenshilfe als Betreiber wird in der Anlaufphase durch Personal der ALS unterstützt.“ Die ALS ist die landkreisliche Dienstleistungsgesellschaft mit Sitz in Osterburg und für die Recyclinghöfe verantwortlich.

Neben der großen Abfallannahme- und Umladestation (AUS) in Stendal wird es nun wieder insgesamt sechs Recyclinghöfe im Landkreis geben: in Bismark, Havelberg, Osterburg. Seehausen, Tangermünde und ab September in Tangerhütte. Recyclinghöfe nehmen, wie das Wort schon vermuten lässt, nicht zuletzt das Material an, was sich noch einmal verwerten lässt, also Elektrogeräte und Schrott aller Art.

Der Vertrag für den alten Hof in Tangerhütte war laut Landkreis fristgerecht 14 Tage vor Monatsende gekündigt worden, die Bürger standen vor verschlossenen Türen. Die Verantwortlichen in Stendal und Osterburg hatten ganz offensichtlich erst einmal keinen Plan B. Bis September können Bürger aus Tangerhütte und Umgebung ihre Sachen in der AUS und auf dem Tangermünder Hof loswerden, eine Übergangslösung.

Von einem plötzlichen und überraschenden Aus des alten Hofes möchten derweil nicht alle sprechen. Offenbar hat es mehrere Monate ein Gerangel um neue Preise und Rechnungen gegeben. Der alte Betreiber fühlt sich demnach von Landkreis und ALS ungerecht behandelt.

Zumal das Unternehmen das Angebot gemacht haben will, das Jahr vollzumachen, damit in Ruhe ein neuer Betreiber hätte gesucht werden können. So oder so, eine Zeit ohne Recyclinghof in Tangerhütte habe es nicht geben müssen. Die Kreissprecherin kommentiert die Vorwürfe auf Nachfrage nicht groß. Nur so viel: „Die Gespräche mit dem ehemaligen Betreiber führten zu keinem Kompromiss.“

VON MARCO HERTZFELD 

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