Künftige L 38 soll Autobahn helfen

Land knüpft berüchtigten Knoten um – Kreisverkehr bei Lüderitz nicht vom Tisch

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Immer wieder ist es dort zu Unfällen gekommen. Das Land will weiter gegensteuern.

Lüderitz – Die berühmt-berüchtigte Kreuzung der B 189 bei Lüderitz steht vor dem Umbruch.

Die Bundesstraße wird durch die Autobahn an Fahrzeugen verlieren und zur Landesstraße 38 abgestuft und dennoch genauso wie die einmündende L 30 als sogenannte Bedarfsumleitung dienen. „Der Knotenpunkt muss entsprechend dimensioniert und ausgebildet werden“, weiß Andreas Tempelhof. Ob das durch einen Kreisverkehr geschehen soll, ist nach wie vor unklar. Diese Variante wäre mit circa 750.000 Euro wahrscheinlich die teuerste, schätzt der Sprecher des Verkehrsministeriums in Magdeburg auf Nachfrage der AZ ein.

Für ein Schwerlastfahrzeug als entscheidende Bemessungsgröße müsste ein Kreisel den passenden Durchmesser und die nötige Fahrbahnbreite haben und bei Bedarf auch eine Durchfahrt erlauben. Möglich seien auch eine klassische Kreuzung mit Vorfahrtsregelung oder eine Ampel. Die Gestaltung des Knotens werde eng an den Neubau der A 14 gebunden. Eine Entscheidung ist laut Tempelhof keineswegs bereits gefallen, die Varianten sind noch nicht einmal abschließend untersucht. Die jeweiligen Kosten seien übrigens nur ein Aspekt von mehreren. Entscheidende Fragen scheinen offen, naturgemäß auch die nach einem Baustart.

Die Abbiegespuren sind seit einiger Zeit tabu. Übergroße Unfallgefahr soll von der Kreuzung bei Lüderitz nicht mehr ausgehen. Weiter unten weist noch ein Schild auf den Unfallschwerpunkt hin. Auf dem Knoten selbst gilt Tempo 60.

Die Kreuzung erlangte durch ihre Unfallgefahr und Toten traurige Berühmtheit. Immer wieder forderte nicht zuletzt der Lüderitzer Gemeinderat, den Knotenpunkt zu entschärfen. Das Land ließ fast auf den Monat genau vor drei Jahren die Rechtsabbiegespuren mit Baken sperren. Der Geradeaus- und der Abbiegeverkehr müssen sich die Spuren in Richtung Magdeburg und Stendal teilen. Ein simples Mittel, das Fahrern das Tempo drosseln lasse und allgemein für mehr Sicherheit sorge, heißt es aus dem Ministerium zufrieden. In der Unfallbilanz der Polizei für 2018 werde die Kreuzung mit „unauffällig“ bewertet.

Die Baken seien eine einfache, übersichtliche Lösung und sollten dennoch nicht ewig bleiben, hieß es 2016 aus Magdeburg. An dieser Einschätzung dürfte sich nicht viel geändert haben. Auch weil trotz allem Unfälle passieren, wenn auch nicht mehr so viele. Erinnert sei zum Beispiel an die Kollision zweier Fahrzeuge im Mai vergangenen Jahres, zwei Menschen wurden verletzt, der Sachschaden war hoch. Im August ereigneten sich an einem Tag gleich zwei Unfälle. Auch in unmittelbarer Nähe krachte es, im März 2018 wurden bei einem schweren Unfall in einer lang gezogenen Kurve vier Menschen verletzt.

Kreisverkehr, klassische Kreuzung oder Kreuzung mit Ampel: Bei der anstehenden Untersuchung geht es um eine Reihe von Kriterien. Zu den verkehrlichen Belangen zählen nicht zuletzt Leistungsfähigkeit, Verkehrsfluss und Verkehrssicherheit. Bei den Umweltaspekten lässt das Land auf den Flächenverbrauch schauen und wie stark Flora und Fauna betroffen wären. Und natürlich gehe es auch um wirtschaftliche Belange wie Baukosten sowie Ausgaben für Betrieb und Unterhaltung. Alles müsse bewertet und abgewogen werden. Tempelhof: „Daraus wird letztlich die Vorzugsvariante bestimmt.“

VON MARCO HERTZFELD  

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