Richtfest in „Windberger Backsteinwelten“ /„Vorerst letztes Projekt“ für Bauherrn Bernd Schreiber

Kunstvolle Krone für Kindheitstraum

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Nach Tonnen-, Kreuzgrat- und Kreuzrippengewölbe setzt der gebürtige Bonner im Tangerhütter Ortsteil nun eine Kuppel auf seine ungewöhnliche Backsteinwelt – die in einer Feldscheune des Windberger Vierseitenhofes seit Jahren entstanden ist.

Windberge. Einem der spektakulärsten „Partykeller“ der Region wird feierlich-zünftig und tonnenschwer im Tangerhütter Ortsteil das Haupt gerichtet.

Auch Ortsbürgermeister Hartmut Valentin blickt am heutigen Sonnabend, 4. November, begeistert in die Höhe, weil nach einer Reihe ziemlich beeindruckender, handgemachter Mauerwerksattraktionen in der Feldscheune auf dem Vierseitenhof von Wahl-Altmärker Bernd Schneider über prächtig backsteinernen Gewölben und Bögen ein finaler Abschluss in Gang gebracht wird.

Aus ungebrannten Ziegeln aus Lehmstein wird die Kuppel für Schneiders „Windberger Backsteinwelten“ errichtet – womit der Bauherr den „eigentlich ältesten Baustoff in Deutschland“ wieder zum Leben erwecken will. Speziell ausgebildete Maurer seien über den „Dachverband Lehm“ auf das Vorhaben in der Altmark aufmerksam geworden, sodass am heutigen Samstag von 12 bis 14 Uhr Kuppel-Richtfest gefeiert wird.

Inspiriert für die Konstruktion des oberen Endes seines backsteinernen Kindheitstraums hätten Schreiber seine „Reisen durch Italien“, wo er viele Kuppelbauten besichtigt habe. „So konnte ich mir nach den Vorbildern meine eigene Kuppel konstruieren.“ Weil das Bauwerk beachtliche 17 Tonnen schwer ist, müsse die tragende Unterkonstruktion immense Lasten aufnehmen. Schreiber: „Durch die Erfahrung aus meinen drei ersten Gewölben konnte ich starten.“ Die Rundbögen haben den Angaben des Bauherrn zufolge eine Stärke von 50 mal 50 Zentimetern. Schreiber: „Für die Widerlager der Trompen, die aus dem Quadrat einen Kreis machen, wurde doppelt so viel Material vermauert wie beim Kreuzgrat- und Kreuzrippengewölbe insgesamt.“

Bei der Kuppel handele es sich um das „vorerst letzte Projekt“ in Schreibers „Sammlung zum Erkunden von statischen Lösungen beim Überbauen/Wölben von Räumen“. Nach dem Tonnen-, Kreuzgrat- und Kreuzrippengewölbe aus gebrannten Backsteinziegeln entstand die Kuppel aus Lehmsteinen und Lehmmörtel. Der Bauherr: „Alle vier Projekte sind auf einem Grundriss von sechs mal sechs Metern entstanden.“

Die „Windberger Backsteinwelten“ werden vom örtlichen Heimatverein unterstützt. Sie nahmen ihren Anfang im Jahr 2009, als unter dem Tonnengewölbe ein Steinbackofen und Kamin entstand. Auch in der Bevölkerung findet Schreibers ungewöhnliche Bauleidenschaft Anklang, weshalb auch der Windberger Ortsbürgermeister zum Kuppel-Richtfest mit regem Publikumsinteresse rechnet. Selbst für Promis ist die Gewölbe-Scheune interessant, wie etwa für Comic-Zeichner Volker Nökel, der für die Kult-Reihe „Werner“ tätig war.

Von Antje Mahrhold

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