Zaunreparatur soll Ende dieser Woche abgeschlossen werden

Kompost-Betreiber häuft Mängel an – Landesverwaltungsamt schaut in Polte genauer hin

Der Inhalt der Biotonnen aus dem ganzen Landkreis Stendal landet in Polte.
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Der Inhalt der Biotonnen aus dem ganzen Landkreis Stendal landet in Polte.

Polte – Das Landesverwaltungsamt (LVA) hat die Kompostierungsanlage in Polte bei Tangerhütte stärker im Blick. Die Betreiberfirma scheint nach einigem Hin und Her mitspielen zu wollen.

Eine Reparatur des Zaunes um das recht weitläufige Gelände wird voraussichtlich Ende dieser Woche abgeschlossen sein. Das jedenfalls sei der Aufsichtsbehörde in Halle mitgeteilt worden, lässt deren Sprecherin Gabriele Städter die AZ wissen. Die Schäden seien bei einer Kontrolle am 13. August festgestellt worden. Berichte über Missstände hatten die Kreisverwaltung in Stendal erreicht, im Kreistag fragte, wie bereits berichtet, ein Bürger danach. Das letzte Wort dürfte noch nicht gesprochen sein.

Wind trägt Tüten und Papier davon

Der Bioabfall scheint bei Weitem nicht frei von Plastiktüten und anderem Material, das eigentlich in eine andere Tonne gehören dürfte. Wind und Wetter tragen einiges davon auf die Grundstücke nebenan und weiter. Auch das sei dem Unternehmen Mitte August angekreidet worden. „Die Verwehungen wurden umgehend und am selben Tag beräumt und mittels Fotodokumentation nachgewiesen“, heißt es aus der Saalestadt. Hinzu kommt: Die Höhe der Kompostmieten wiesen laut LVA teilweise von den beantragten Mietenhöhen ab. Und: „Das Betriebstagebuch wurde nicht aktuell geführt.“ All das lässt die Behörde offenbar weiterhin genauer hinschauen. Verwaltungsrechtliche Schritte werden geprüft, Strafen drohen.

Aufsichtsbehörde: Strafen drohen

Die Wiese Umwelt Service GmbH betreibt bei Tangerhütte eine im Jahr 1996 genehmigte Anlage zur Kompostierung. Für das einstige Güllelager liege ein anfänglicher Bericht zum Zustand der Fugen und Auswirkungen von Betonrissen vor. Wie dicht der Boden ist, prüfe weiterhin der Landkreis Stendal. „Die gesamten Flächen, die zur Zwischenlagerung und Kompostierung genutzt werden, sind flüssigkeitsdicht betoniert beziehungsweise asphaltiert.“ Der Boden der Kompostierungsbecken besitze ein Gefälle. „An den tiefsten Punkten ist ein Pumpensumpf vorhanden, von wo aus das Niederschlags- und Sickerwasser in das Sammelbecken befördert wird“, erläutert Städter.

Insofern sollte kein Regenwasser mit der Jauche aus dem Bioabfall ins Grundwasser gelangen können. Für die wasserrechtlichen Belange sei allerdings wiederum der Landkreis zuständig, genauso für mögliche regelmäßige Laboruntersuchungen des fertigen Kompostes. Bereits im Februar stellte das LVA fest, dass Fertigkompost außerhalb eines Beckens lagerte. „Dieser Mangel wurde umgehend behoben. Die Lagerung des Fertigkompostes erfolgt seitdem genehmigungskonform“, versichert Städter für die Behörde in Halle.

Fertiges Material falsch gelagert

2017 und 2018 wurden jeweils etwa 25.000 Tonnen Bioabfall in Polte angenommen. Vor zwei Jahren kam der Abfall aus dem Landkreis Stendal und Magdeburg, 2018 aus dem Landkreis Stendal sowie Teilen des Landkreises Harz und dem Saalekreis. „Der fertige Kompost wurde an Landwirte der Region abgegeben.“ Für den Fall, dass die Firma irgendwann den Betrieb dort einstellen sollte, sei übrigens die vorgeschriebene Sicherheitsleistung hinterlegt. Die garantiere auch, so die LVA-Sprecherin gegenüber der AZ weiter, dass die öffentliche Hand nicht auf irgendwelche Nachsorgekosten sitzen bleiben würde. Von der Anlage dürfe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr ausgehen.

Eine Anfrage der AZ bei der Betreiberfirma zum Zustand und der weiteren Entwicklung der Anlage im ostaltmärkischen Polte läuft. Das Unternehmen hat Büros bei Halle und in Thüringen.

VON MARCO HERTZFELD

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