Feuerwehrfrau enttäuscht von der Fürsorge nach dem Einsatz beim Scheunenbrand

Knochen knackt – Kasse knausert

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Bei einem Löscheinsatz brach sich die Griebenerin einen Knochen.

Grieben. Bei einem Scheunenbrand im September des vergangenen Jahres hatte es geknackt: Birgit Menzel aus Grieben schleppte gerade gemeinsam mit weiteren Mitstreitern eine Tragkraftpumpe einen Hang zu einem Löschwasserteich herunter. Die Pumpe: etwa 230 Kilo.

Menzel: 46 Kilo, 57 Jahre alt. Dann der Knack im Bein. „Absetzen!“ Sie konnte nur noch humpeln. Eine Verletzung im Einsatz für die Feuerwehr, so beschreibt sie es heute. Und so bestätigte es ihr auch der Chefchirurg im Krankenhaus. Bruch des Schienbeinkopfes. Ihr Problem bis heute ist, dass die Unfallkasse der Feuerwehr nicht zahlen will.

Griebens Ortsbürgermeisterin Rita Platte brachten den Fall nun im Stadtrat Tangerhütte zur Sprache. Es könne nicht sein, sagt sie, dass solche offensichtlichen Fälle die Motivation der Freiwilligen im Brandschutz unterminiere. Sie verdienten Anerkennung und nicht eine solche Behandlung.

Menzel, seit 1976 in der Wehr und seit 1995 Jugendfeuerwehr-Wartin, sieht es genauso. Sie hat einen Bescheid der Unfallkasse der Feuerwehr bekommen, dass der Kassen-Arzt die Diagnose anders sehe. Sie müsse schon vorher eine Verletzung gehabt haben – oder sie sich danach zugezogen haben. Für Menzel kommt aber nur das Tragen des schweren Gerätes während des Einsatzes infrage. „Bis das geklärt ist, lasse ich die Feuerwehr-Arbeit ruhen“, sagt sie. Sie hätte einen Schaden von etwa 700 bis 1000 Euro für Fahrtkosten zu Behandlungen bei Ärzten, Physiotherapie und den Arbeitsausfall, wenn sie auf das normale Krankengeld zurückfiele.

Die Geschäftsführerin der zuständigen Feuerwehr-Unfallkasse Mitte will sich zu dem Fall wegen des Schutzes persönlicher Daten nicht äußern.

Bürgermeister Andreas Brohm, der von Rita Platte aufgefordert wurde, bei der Kasse Druck zu machen, hatte genau das bereits auf seinem Schreibtisch. Er habe bereits einen entsprechenden Brief an die Kasse geschrieben und sich für die Feuerwehrfrau eingesetzt. Bisher ohne Antwort. Die Feuerwehr Grieben wird also auf ihre altgediente, erfahrene Kollegin weiter verzichten müssen.

Von Kai Hasse

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