Rund um den Spargel: Auf dem Hof Kalkofen in Cobbel wird das edle Gemüse schon geerntet

Von der Klaue bis zur Stange

Cobbel. Endlich geht es los: Die Spargelsaison ist eröffnet. Auch auf dem ersten Feld des „Spargelhofs Kalkofen“ in Cobbel werden die ersten Stangen des Edelgemüses gestochen. In der fünften Generation gibt es den Familienbetrieb nun schon.

Eine Fläche von 15 Hektar bewirtschaftet die Familie inzwischen. Spargel und Kartoffeln vertreiben die Kalkofens direkt in ihrem Hofladen. Und wer Lust hat, kann sich auch noch in dem kleinen Museum auf dem Hof umschauen. Ein kleiner Raum, ausgestattet mit vielen Zeitungsberichten, Fotos und auch allerhand Wissenswertem über das edle Gewächs.

In den Spargelreihen arbeiten vor allem polnische Saisonkräfte. „Wir haben gute Erfahrungen mit den polnischen Bürgern gemacht“, berichtet Carmen Kalkofen. Aber den Verkauf der Ernte übernehmen Deutsche, „wegen der Spachbarrieren“, erklärt Kalkofen weiter. Die polnischen Arbeiter, die jetzt ernten, bleiben meistens bis Mai, dann kommen die nächsten und arbeiten bis zum Ende der Saison. Auf dem Acker entfernen die Arbeiter Stück für Stück die Folie, die die Wärme speichert und den Spargel schneller wachsen lässt, und stechen das Gemüse. Danach wird es derzeit, wo noch nicht so viel los ist, per Multicar auf den heimischen Hof gebracht. Dort angekommen, werden die weißen Stengel gewaschen. Momentan auf die einfache Variante per Wasserschlauch. „Wenn die Saison in vollem Gange ist, dann wird der Spargel in der Scheune in einer großen Waschanlage gespült“, so Kalkofen. Nach der Sortierung und kompletten Reinigung des Edelgemüses kann die Ware sofort in den Direktvertrieb gehen. „Ungefähr ein Drittel des Spargels ist letztendlich Abfall. Zu lange Stangen müssen gekürzt werden, hohle werden komplett aussortiert“, erklärt der Vater, Gerhard Kalkofen.

Zwischen dem Anpflanzen des Spargels und der richtig erfolgreichen Ernte vergehen bis zu drei Jahre, und somit ist eine hohe Investition damit verbunden. Im März und April wird gepflanzt, kommen also die sogenannten Klauen in die Erde. Die Ackerreihen benötigen viel Pflege und guten Dünger, „am besten vom Pferd, wie bei uns“, erläutert Gerhard Kalkofen. Im Jahr darauf kann bereits minimal geerntet werden. Höchstens eine Woche, der Ertrag ist zu dieser Zeit noch gering. Im Herbst wird dann gemulcht, und es werden sogenannte Winterdämme angelegt. Im darauffolgenden Frühjahr kann wieder Spargel gestochen werden. Dann immerhin schon drei Wochen. Den vollen Ertrag bringt ein Spargelacker ab dem dritten Jahr. Dann wird während der kompletten Saison, von Ende April bis Mitte Juni, geerntet.

Neben dem Direktvertrieb im Hofladen kann der Kalkofen-Spargel auch auf den regionalen Wochenmärkten des Landkreises, wie in Stendal, Tangermünde und Osterburg, erworben werden. Das Kilogramm gibt es ab drei Euro, je nach Qualität. An Christi Himmelfahrt öffnet der Hof seine Türen zum großen Spargelessen. Wer möchte, kann ab 10 Uhr vorbeikommen. Auf Anmeldung können Gruppen jederzeit im kleinen Museum das edle Gemüse speisen.

Von Berit Wagner

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