Erst kommt die Theorie und dann die Praxis

17 Kinder beim Filmworkshop in Grieben dabei

+
Beim ersten Workshop lernten die Kinder etwas über die Handhabung einer Kamera, die Perspektive und über die Einstellungsgrößen. Mit einem ersten kleinen Film hatten sie die Möglichkeit, ihre ersten Erfahrungen beim Filmen vor und hinter der Kamera zu sammeln.

Grieben. 17 Kinder aus Kehnert, Groß Schwarzlosen, Bittkau, Tangerhütte und Grieben stürzen sich hellauf begeistert in die Kameraarbeit.

Doch bevor es soweit ist, hat Franziska Bartsch, Mediengestalterin für Bild und Ton beim Offenen Kanal, die Kinder erst noch in die Theorie eingewiesen, denn ohne die geht es nicht.

Joan filmt Amelie, wie sie vor der Kamera einen Witz aufsagt. Franziska Bartsch (roter Pulli) gibt Einstellungstipps.

Wie wirkt es, wenn man Personen in der Untersicht, also von unten nach oben aus der sogenannten Froschperspektive, oder umgekehrt in der Aufsicht von oben nach unten aus der Vogelperspektive filmt. Im ersteren wirkt die Person eher bedrohlich, im zweiten verletzlich oder auch ängstlich. Öfters passiert es, dass die Kinder die beiden Begriffe verwechseln. „Das ist am Anfang normal“, macht Bartsch den Kindern Mut. Am häufigsten werde in der Normalperspektive, also auf Augenhöhe der zu filmenden Person gearbeitet, verrät Bartsch und erklärt, dass der Kameramann oder die Kamerafrau bei Kindern und Tieren immer in die Hocke gehen sollte, um bei ihnen auf Augenhöhe zu sein. Auch die Entfernung und die Position der Kamera zur Person davor spielten eine wichtige Rolle.

Ein Tontest mit dem internen Mikrofon der Kamera zeigte den Kindern, warum extra ein Tontechniker gebraucht wird. Das interne Mikro ist so schwach, dass es die Geräusche nur kaum hörbar aufnimmt. Ein zusätzliches Mikrofon und Kopfhörer für den Tontechniker, damit dieser die Stimmen und Geräusche gut hört, gehören also ebenfalls dazu.

Nach der Theorie ging es nach draußen auf das Gelände des Griebener Pfarrhauses, wo auch morgen ab 15 Uhr der zweite Teil stattfinden wird. In drei Gruppen aufgeteilt, durften die Kinder erste Aufnahmen vor und hinter der Kamera machen. Joan Tabea Schlosser und Celina Hoffmann aus Tangerhütte, Amelie Ria Schulze aus Kehnert und die beiden Schwestern Hadisse und Massume Rahimi aus Afghanistan wechselten sich vor und hinter der Kamera ab. Joan, Celina und Amelie haben Witze von einem Zettel vorgelesen. Hadisse und Massume trauten sich noch nicht vor die Kamera. „Sie trauen sich noch nicht, weil sie noch nicht so gut lesen können, aber es wird“, verriet ihr Familienpate Albrecht Will, der die Beiden zum Workshop begleitet hat.

Weitere Workshops sind im ländlichen Raum in der Einheitsgemeinde Tangerhütte geplant: Fotografie (ab 12 J.), Entwerfen einer Modekollektion (11 bis 25 J.), Gesang-Schauspiel (ab 10 J.), pädagogische Früherziehung in den Bereichen Gesang, Tanz und Schauspiel (ab 6 J.), Zirkusworkshop mit Akrobatik und Jonglage (ab 6 J.) und ein Puppenspiel-Workshop sind in Planung. Interessierte können sich bei Rosi Dizner unter Telefon (0152) 34 26 84 10 oder per E-Mail an rosi@kunstplatte.de melden.

Das Geld für die Förderung von Kinder und Jugendlichen stammt von einem anonymen Spender (AZ berichtete).

Von Maren Maatz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare