Geplante Sammelunterkunft im ehemaligen Gymnasium

Landkreis dementiert Gerüchte: keine Flüchtlinge für Tangerhütte

Tangerhütte. „Es gibt derzeit keine konkreten Pläne, Asylbewerber in Tangerhütte unterzubringen“, stellt Sebastian Stoll, 2. Beigeordneter des Landkreises Stendal, auf Anfrage der Altmark-Zeitung klar.

Er widerspricht damit anderslautenden Meldungen in öffentlich-rechtlichen Medien und Diskussionen in sozialen Netzwerken.

Stoll bestätigt, dass die Aufnahmekapazitäten in Stendal angesichts des anhaltenden Zustroms von Flüchtlingen an ihre Grenzen stoßen. Bisher konzentriere man sich bei der Suche nach alternativen Unterbringungsmöglichkeiten Richtung Norden.

„Erfahrungen mit diesem Modell sammeln“

So sei vorgesehen, in Osterburg und Seehausen Wohnungen für Flüchtlingsfamilien anzumieten. Entsprechende Gespräche wurden mit den dortigen Wohnungsgesellschaften und Kommunalvertretern bereits geführt. „Wir werden zunächst Erfahrungen mit diesem Modell sammeln und prüfen zurzeit, welche Kapazitäten dann noch benötigt werden“, so der Beigeordnete.

Ob später auch andere Städte im Landkreis zum Zuge kommen, sei nicht absehbar. In jedem Fall würden ähnliche individuelle Lösungen bevorzugt. Massenunterkünfte solle es möglichst nicht geben. Genau darüber brodelt die Gerüchteküche in Tangerhütte. Konkret soll angeblich das seit Jahren leer stehende frühere Gymnasium, als Asylbewerberheim hergerichtet werden. Als „absurd“ bezeichnet Bürgermeister Andreas Brohm solche Spekulationen. Der Landkreis, dem die Immobilie gehört, plane das nicht, bestätigt auch Sebastian Stoll.

„Was kann der Beitrag der Gemeinde sein?“

Gleichwohl: „Wir dürfen nicht die Augen vor dem verschließen, was in der Welt passiert“, erklärt Brohm. Es würden weitere Flüchtlinge nach Deutschland kommen, die es menschenwürdig unterzubringen gelte. Die Verantwortlichen in der Kommune machten sich derzeit darüber „erste Gedanken“, was passiert, wenn es dazu kommt, so das Stadtoberhaupt. Die Frage sei: „Was könnte dann der Beitrag der Gemeinde sein?“

Dabei gelte es, Vorbehalte und Ängste in der Bevölkerung zu berücksichtigen. „Die positive Bewältigung dieser Aufgabe kann nur in enger Zusammenarbeit mit den Bürgern geschehen. Hier werden wir auf die Menschen zugehen“, so Brohm. Zuwanderung sieht er als Chance für den ländlichen Raum.

Von Christian Wohlt

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