Ortsbürgermeister Gerhard Borstell will mehr Geld für Tangerhütte

„Kein Blumentopf zu gewinnen“

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Zu den Großveranstaltungen Tangerhütte gehört der Weihnachtsmarkt. 

Tangerhütte. Der Haushalt der Einheitsgemeinde steht wieder gut da – zumindest besser als noch im vergangenen Jahr. Die Nachricht kam bei Politikern gut an.

Den Moment nutzte dann der Tangerhütter Ortsbürgermeister Gerhard Borstell, um deutlich zu machen, dass die Mittel für die Ortschaft nicht reichen. Er sieht die sinnvolle Ausrichtung von Parkfest und Weihnachtsmarkt langfristig nicht mehr gegeben.

„Mit 8700 Euro ist kein Blumentopf zu gewinnen“, sagte Borstell. Der Ortsbürgermeister ist sonst eher ausgleichend und gelassen, jetzt redete er sich aber ein wenig in Rage. „Wir suchen immer noch Sponsoren“, meint er – ein schwieriges Unterfangen, wenn man zwei Feste mit lokaler und regionaler Strahlkraft aufbauen will. Mit diesem kleinen Betrag ein Parkfest aufzubauen – „eigentlich nicht machbar. Wir bräuchten wenigstens 15 000 Euro. Damit könnte man leben.“ Die Mittel für die Ortschaften – in Tangerhütte die sogenannten Paragraf-Sieben-Mittel nach einem Punkt in der Gemeindeordnung – sollen in den Ortschaften für Repräsentations- und Brauchtumspflege da sein. Dazu gehören die Karte und der Blumenstrauß für das hochbetagte Geburtstagskind, überreicht vom Ortsbürgermeister, aber auch die Unterstützung von Veranstaltungen. Und als Hauptort der Einheitsgemeinde hat Tangerhütte mit dem Weihnachtsmarkt und dem Parkfest gleich zwei besonders dicke Bretter zu bohren. Borstell will gar nicht erst von einer Pro-Kopf-Pauschale reden – also einem Betrag je nach Einwohnerzahl.

Das macht Edith Braun, Ortsbürgermeisterin aus Lüderitz. Sie verdeutlicht das Problem am Beispiel: 1,76 Euro pro Kopf habe Tangerhütte gerade, Jerchel dagegen 18 Euro. „Die Summe, die Tangerhütte zur Verfügung hat, ist zu wenig“, stellt sie klar. Ihre Ortschaft allein bekommt schon 100 Euro mehr als Tangerhütte – bei einem Viertel der Einwohner.

Bürgermeister Andreas Brohm versuchte, zu moderieren. Tatsächlich hatte sich der Stadtrat Tangerhütte in den vergangenen Jahren auf eine entsprechende Verteilung per Beschluss geeinigt – Tangerhütte hatte für die kleineren Ortschaften zurückgesteckt. Zwischen den Ortschaften, aber auch im Stadtrat „müssen sich alle noch mal ehrlich in die Augen gucken und konstruktiv zusammenarbeiten“, mahnte er an, um bei offensichtlichem Bedarf die insgesamt gut 75 000 Euro umzuverteilen.

Von Kai Hasse

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