Im Westen Tangerhüttes liegen nun Zweckverband und Telekom im offenen Clinch

Kampf um die Kabel

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In acht Ortschaften will die Telekom buddeln. Im nächsten Jahr käme dann der ZBA. Die Behinderungen durch Arbeiten für die Leitungen hat bereits in Arneburg für Ärger gesorgt.

Tangerhütte. In einer großen Werbemail hat die Telekom AG nun angekündigt, dass sie auch in acht Ortsteilen im Westen der Einheitsgemeinde Tangerhütte ihr Internet-Angebot ausbauen will.

Für die Einheitsgemeinde kommt das zur Unzeit: Gerade erst im vergangenen Jahr hatte sich ein großes Votum in den Ortschaften für einen Ausbau des kommunalen Zweckverbandes Breitband Altmark eingesetzt – die Förderanträge für dessen Ausbau laufen.

Schaltkästen in den Ortsteilen Brunkau, Groß Schwarzlosen, Lüderitz, Ottersburg, Schernebeck, Schleuss, Stegelitz und Windberge sollen vonseiten der Telekom für schnelles Internet in 900 Haushalten sorgen, so heißt es. „Schnell“ heißt in dem Zusammenhang bis zu idealerweise 100 Mbit, je nach Umständen. Damit wären Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich, sagt die Telekom. Zum Vergleich: Der ZBA verlegt Kabel bis zum Haus, damit sei 1 Gbit möglich – also das Zehnfache. Aber: Es kann noch ein Jahr dauern, bis der ZBA am Start ist.

Irritiert ist darüber der Tangerhütter Bürgermeister Andreas Brohm: „Intelligenter wäre es gewesen, wenn die Telekom abgewartet hätte, bis der ZBA seine Leitungen verlegt. Dann hätte sich die Telekom einmieten können“ – und der Kunde hätte dann die Wahl zwischen privatem und kommunalem Anbieter. So habe der schnelle Telekom-Ausbau vor der Nase des ZBA lediglich die Konsequenz, dass für die Bürger der Bürgersteig zweimal aufgebuddelt werden muss. Denn auch wenn der ZBA noch auf Zustimmungen und Geld wartet, er werde erklärtermaßen ausbauen. Brohm fragt: „Wäre die Telekom auch gekommen, wenn der ZBA nicht hätte ausbauen wollen?“

Von Kai Hasse

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