Kostenpunkt: 13 Euro

Stadtrat Tangerhütte: Zoff um Mini-Bier-Rechnung

Mehrere Menschen sitzen an einem großen Tisch und zählen Stimmzettel aus.
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Nach der Auszählung der Stimmzettel (Bild) am späten Abend gehört für Griebens Ortsbürgermeisterin Rita Platte ein würdiger Ausklag in Form eines Glases Bier oder Sekt dazu. Auf den Kosten von 13 Euro soll sie nun sitzen bleiben.
  • Christian Wohlt
    VonChristian Wohlt
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Der Tangerhütter Stadtrat tagte am Mittwoch zum zweiten Mal binnen Wochenfrist. Es herrschte weitgehend gelöste Stimmung, und es wurde sogar gelacht. Beim Thema Bier hörte der Spaß allerdings auf. Genauer gesagt bei der Frage, wer die Zeche dafür bezahlen soll. Der strittige Betrag: knapp 13 Euro.

Tangerhütte – Worum ging es? Griebens Ortsbürgermeisterin Rita Platte (Wählergemeinschaft Altmark-Elbe) echauffierte sich darüber, dass die Verwaltung der Einheitsgemeinde die Erstattung einer Bierrechnung verweigert habe. Der Gerstensaft sei angeschafft worden, um im Wahlbüro den Tag der Landtags- und Bürgermeisterwahl in der Runde der Helfer gemütlich zu beenden und auszuwerten. Die Kosten für Softgetränke und Brötchen seien erstattet worden. Für Bier gebe es nichts, gab Platte die Auskunft aus dem Rathaus wieder. „Wer soll das jetzt bezahlen?“, fragte sie empört. Sie sei entsetzt über das Verhalten der Verwaltung.

Edith Braun (Wählergemeinschaft Lüderitz) pflichtete ihr bei. Schließlich gehe es nicht um ein Besäufnis. Bier für die Männer und ein Glas Sekt für die Frauen gehörte seit vielen Jahren auch in Lüderitz an jedem Wahlabend nach getaner Arbeit dazu. Wenn das nicht mehr möglich sein soll, hätte man das vorher kommunizieren müssen, erklärte sie und forderte eine grundsätzliche Klärung. Schließlich stehe in diesem Jahr noch eine weitere Wahl bevor.

„Ich bin entsetzt, dass wir hier überhaupt noch über Alkohol diskutieren“, hielt Sven Wegener (Linke) dagegen. Die Zeiten hätten sich zum Glück geändert, sagte er. In der Vorwoche habe der Stadtrat einen Antrag seiner Fraktion abgelehnt, zusätzlich zum so genannten Erfrischungsgeld, einer gesetzlich festgelegten Aufwandsentschädigung, den Wahlhelfern der Einheitsgemeinde als Dankeschön für das ehrenamtliche Engagement Karten für das städtische Freibad zu schenken. Als Gegenargument wurden die außerplanmäßigen Kosten angeführt. Außerdem hätten Wahlhelfer, quasi als Motivation, bevorzugt Corona-Impfungen erhalten können.

Petra Fischer (Unabhängige Wählergemeinschaft Südliche Altmark) konnte die ganze Aufregung nicht verstehen. In Demker sei es kein Problem, solche Ausgaben für den Wahltag aus den Verfügungsmitteln der Ortschaft zu begleichen, so die dortige Ortsbürgermeisterin. Und außerdem habe die Verwaltung vorher darauf hingewiesen, dass von dem für die Versorgung am Wahltag zur Verfügung stehenden Geld kein Alkohol gekauft werden soll.

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