Hochwasserschutz Tangerhütte

Deichsanierung beginnt

Hunderte Sandsäcke liegen vor Türen und Fenstern gestapelt.
+
Ein Bild, das sich ins Gedächtnis der Menschen einbrannte: Beim Hochwasser 2002 bereiteten sich die Tangerhütter auf das Schlimmste vor, denn der Treul-Deich drohte zu brechen.
  • Christian Wohlt
    VonChristian Wohlt
    schließen

Was lange währt… – Die Sanierung des Treul-Deiches am Sandkrug im äußersten Süden der Einheitsgemeinde Tangerhütte startet im August. Wie der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft informiert, wurde der Auftrag nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren an einen regionalen Baubetrieb erteilt. Die vorgesehenen Kosten in Höhe von rund fünf Millionen Euro werden über Mittel von EU und Land gedeckt.

Die Bauarbeiten am Treul-Deich beginnen im August. Die Anlage soll auf einer Länge von 2,7 Kilometern saniert werden. Als Bauzeit sind zwei Jahre veranschlagt.

Tangerhütte – Der Treul-Deich ist bislang eine Schwachstelle im Hochwasserschutz der Elbe, weil er nicht den modernen Anforderungen entspricht. Das Problem sollte eigentlich schon seit Jahren behoben sein. Das Land hatte aber offenbar andere Prioritäten gesetzt. Daran änderte auch das Wirken eines zeitweiligen Ausschusses des Tangerhütter Stadtrates nichts, der immer wieder versuchte, Druck zu machen. Hinzu kamen Probleme beim Grunderwerb. Während der Hochwasser von 2002 und 2013 drohte der Treuldeich zu brechen. Dann wäre das Wasser über Zibberick und Mahlwinkel ungehindert bis nach Tangerhütte geströmt. Diese Bedrohung soll jetzt beseitigt und der Deich normgerecht saniert werden. Die Bauvorbereitungen, inklusive Kampfmittelsuche- und -beräumung, starteten bereits im vergangenen Jahr. Der Deich soll nun auf einer Länge von 2,7 Kilometern saniert werden. Neben der Regulierung der Deichkronenhöhe auf 2,20 Meter und der Böschungsneigung auf 1:3, wird eine wasserseitige Dichtungsschicht aufgebracht. Außerdem wird ein befestigter Deichverteidigungsweg angelegt. Als Bauzeit sind zirka zwei Jahre veranschlagt. Unweit des Treul existierte bis 2002 außerdem eine mehrere hundert Meter lange Lücke in der Deichlinie. Als die Hochwasserwelle Mitte August immer näher rückte, schlugen Bundeswehr und freiwillige Helfer innerhalb weniger Tage in einem einmaligen Kraftakt eine Schneise durch den Wald und errichteten dort einen Schutzwall. Da damals akut Gefahr im Verzuge war, spielten die sonst vorgeschrieben Planungswege und -zeiten keine Rolle. Dieser Deich steht bis heute.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare