Verhandlungen mit neuem Investor stehen in Tangermünde kurz vor dem Abschluss

Holzpelletwerk vor dem Neustart

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Wenn alles gut läuft, dann kann im Holzpelletwerk Tangermünde Anfang 2014 die Arbeit wieder aufgenommen werden.

Tangermünde. Können sich die Tangermünder über ein kleines Weihnachtswunder freuen? Wie ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Magdeburg unter Berufung auf den Insolvenzverwalter mitteilt, „gibt es derzeit einen ernsthaften Interessenten, der das Holzpelletwerk erwerben und die Produktion im ersten Quartal 2014 wieder aufnehmen möchte“.

Wenn alles gut läuft, dann kann im Holzpelletwerk Tangermünde Anfang 2014 die Arbeit wieder aufgenommen werden.

Mit Blick auf die laufenden Verkaufsverhandlungen, die bereits weit fortgeschritten seien, würden aber keine weiteren Details zum Investor genannt, hieß es auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Vielleicht wendet sich die tragische Geschichte um die 20 Millionen Euro-Investition damit doch noch zum Guten. Denn das nagelneue Werk an der Arneburger Straße steht seit fast vier Jahren still. Mit einer Kapazität von 100 000 Tonnen Holzbrennstoff war es 2009 errichtet und im Oktober desselben Jahres eröffnet worden. Die frisch eingestellten 30 Mitarbeiter verloren ihre Jobs bereits nach wenigen Wochen wieder, noch bevor der Betrieb richtig angelaufen war. Im Februar 2010 kam der überraschende Produktionsstopp. Während der damalige Investor technische Probleme als Grund angab, ließen am Bau beteiligte Firmen Maschinen wegen nicht bezahlter Rechnungen wieder abbauen.

Ob in diesen Briefkasten bald wieder Aufträge eingesteckt werden, zeigt sich in den nächsten Wochen.

Das Projekt war durch die Landes-Investitionsbank mit Fördermitteln in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro bezuschusst worden. Nach dem Insolvenzantrag des Unternehmens habe die Bank den Zuwendungsbescheid im Mai 2010 widerrufen und die ausgezahlten Gelder zurückgefordert, erklärt der Ministeriumssprecher. Allerdings ist bisher nicht ein Cent gezahlt worden. Der Erstattungsanspruch in Höhe von knapp 1,4 Millionen Euro (ausgezahlte Fördermittel plus Zinsen) sei nun Bestandteil des Insolvenzverfahrens, mit dessen Abschluss laut Insolvenzverwalter voraussichtlich erst im Jahr 2015 zu rechnen sei. Unabhängig davon habe die Staatsanwaltschaft Magdeburg Ermittlungen gegen mehrere Verantwortliche der Tangermünder Holzpelletwerke GmbH eingeleitet. Dabei gehe es unter anderem um den Verdacht der Insolvenzverschleppung. „Nach unseren Informationen dauern diese Ermittlungen noch an“, so lautet die Information aus dem Wirtschaftsministerium. Sollten sich daraus Hinweise für mögliche Schadensersatzansprüche ergeben, würde die Investitionsbank diese geltend machen.

Von Christian Wohlt

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