Manfred Hain engagiert sich für Flüchtlinge und bekommt Integrationspreis

Helfer mit Herz und Verstand

Der Tangerhütter Manfred Hain ist viel im Auftrag von Integration und Demokratie im Landkreis Stendal unterwegs.
+
Der Tangerhütter Manfred Hain ist viel im Auftrag von Integration und Demokratie im Landkreis Stendal unterwegs.
  • VonAlexander Klos
    schließen

Tangerhütte. Das Land Sachsen-Anhalt hat Manfred Hain aus Cobbel den Integrationspreis 2017 verliehen. Der 68-Jährige engagiert sich in Tangerhütte ehrenamtlich für Flüchtlinge. Unter anderem ist Hain federführend im Netzwerk „Neue Nachbarn“ aktiv.

Manfred Hain ist ein Macher. Wenn er für eine Sache brennt, dann setzt sich der pensionierte Kommunikationstrainer mit Herz und Verstand ein. Vor etwa zwei Jahren ging es los, seitdem gilt ein Großteil seiner Aufmerksamkeit einem Thema: Die Integration von Flüchtlingen bewegt ihn und seine Frau. Zunächst ging es im Tangerhütter Netzwerk „Neue Nachbarn“ los. Über 50 Leute waren in diesem Verbund in den Hochzeiten aktiv. „Für uns war es immer am schwierigsten, die sprachliche Barriere zu meistern“, sagt Manfred Hain.

Diese sprachliche Barriere, das sei auch der entscheidende Moment gewesen, wo er sich sagte: „Das ist ganz dringend notwendig, wenn die Flüchtlinge hier ankommen, dass sie innerhalb von kürzester Zeit diese Integrationskurse bekommen, um wirklich wenigstens mitreden zu können“, wenn es beispielsweise bei einem Arztbesuch um die Gesundheit ihrer Kinder geht. „ Nach einem halben Jahr oder dreiviertel Jahr erst in diesen Integrationskurs zu kommen, das geht nicht.“

Als eine weitere Barriere innerhalb der ehrenamtlichen Integrationsarbeit nennt Hain die deutsche Bürokratie: „Dieser Behörden-Dschungel, da erst einmal durchzukommen. Und auch heute, nach zwei Jahren, wo viele Flüchtlinge bei uns eben auch auf jeden Fall integriert sind, ist es immer noch so, dass wir den Schriftverkehr auch mit dem Jobcenter durchführen müssen. Auch wir Deutschen kommen da kaum klar.“

Der 68-Jährige fühlt sich durch den Integrationspreises geehrt. Die Erfolge seiner Arbeit und des Engagements anderer Menschen, die sich in und um Tangerhütte herum einsetzen, bestätigen ihn in seinem Ehrenamt.

Die Auszeichnung erhielt er vornehmlich für seine ehrenamtliche Arbeit im Netzwerk, als Organisator eines Begegnungscafés, als Familienpate. Er brachte Flüchtlinge in der Landwirtschaft in Lohn und Brot. Zur Erinnerung: Wie die AZ berichtete, glaubte zunächst niemand daran, dass ein Melonenfeld einmal Früchte tragen würde. Dieses wurde von Afghanen angelegt. Und brachte die süßesten Melonen zu Tage.

Über diese und andere Erfolge gelebter Integration freut sich Hain. Er freut sich noch mehr über die folgende Erfolgsgeschichte: „Zwei Mädchen, die sind insgesamt zwei Jahre in Deutschland. Konnten vorher kein Wort Deutsch, logischerweise. Eine davon geht schon aufs Gymnasium. Die nächste wird nächstes Jahr aufs Gymnasium wechseln in Tangermünde. Und das macht schon mal viel aus.“

Von Alexander Klos

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare