Internet: „Ich bin Max Marder und wohne jetzt bei dem Schmidt hier“

Hausgast stiftet Unruhe

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Gestatten: Max Marder. Der freche Vierbeiner hat sich im Haus von Thomas Schmidt und seiner Familie eingenistet.

Tangerhütte. Eigentlich ist Familie Schmidt aus Tangerhütte im Besitz eines Hundes und damit auch zufrieden. Aber seit Beginn des neuen Jahres haben sie unfreiwillig ein neues Haustier: einen Marder namens Max.

Über die Rohre der Solaranlage auf dem Dach fand der Eindringling ein Schlupfloch. Durch alles, was ihm im Weg war, biss er sich durch. „Ich habe seinen Besuch erst mitbekommen, als das Display der Solaranlage 888,8 Grad angezeigt hat. Da war das Kabel vom Temperaturfühler durchgebissen“, sagt Hausherr Thomas Schmidt. Deshalb versucht er eigentlich auch, seinen neuen Hausgast schnellstmöglich wieder los zu werden. Mit einer Marderfalle und einer Kamera überwacht der Elektroingenieur jeden Schritt des Tieres.

Aber der freche Hausgast machte ihm einen Strich durch die Rechnung, stibitzte das Futter und macht sich auf und davon. Schmidt ist verärgert, aber die Videos des frechen Marders, den er mittlerweile Max genannt hat, erfreuten sich im Internet schnell großer Beliebtheit: „Guten Tag, ich bin Max Marder und wohne seit einigen Wochen bei dem Schmidt hier“, stellt Schmidt seinen neuen Mitbewohner bei Facebook vor.

Die Aufmerksamkeit der Nutzer schlug sich schnell auf die Seite des frechen Tieres. Seit kurzem hat es sogar eine eigene Seite auf dem es täglich über seinen „Vermieter“ witzelt. „Vielen Dank an die tierliebe Familie unter mir“, grüßt Max Marder die Hausherren, bekommt er doch täglich ein paar frische Eier und ein warmes Nest. Was will ein Marder mehr? „Das ist ja nicht dazu gedacht, um es ihm bequem zu machen“, sagt Thomas Schmidt. „Der ist ja wirklich saufrech, hat sich aus der Dachdämmung ein gemütliches Bett gebaut“, lacht er. „Eigentlich soll er in die Falle gehen. Aber der macht einfach was er will.“ Rein in die Falle, futtern, raus aus der Falle.

Als Schmidt vor kurzem einen wachenden Blick auf seine Überwachungskamera wirft, glaubt er seinen Augen kaum, denn am fünften Tag nach dem Mardereinzug ist das Tier gefangen und spektakelt lautstark im Käfig. Per Überwachungsvideo postet Schmidt seinen Erfolg schnell ins Netz, als Beweis.

Den braucht er auch, denn als er von der Arbeit nach Hause kommt und das Tier aussetzten will, ist Max Marder bereits wieder verschwunden. „Das gibt es nicht“, staunt Schmidt. „Der hat doch tatsächlich die Drähte aufgebissen und aufgebogen und ist abgehauen!“

Die Facebook-Fangemeinde freut es. Täglich verfolgen die Nutzer das Treiben des frechen Marders, fragen bei Schmidt sogar nach, wann es denn wieder ein neues Video gibt. „Na ich hoffe, dass es nicht mehr so viele geben wird und der kleine Kerl endlich das Weite sucht“, sagt er. Aber ein Blick auf die Kamera zeigt es eindeutig: Max Marder, der kleine freche Kerl, ist immer noch da. Die neue Bleibe scheint zu gefallen.

Von Tanja Andrys

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