Der große Tag des Marcus Graubner

Erstes Bundesverdienstkreuz für einen Tangerhütter

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Annette Schneider-Solis und ihr Fernsehteam vom MDR begleiteten Marcus Graubner einen Tag lang und trafen ihn unter anderen an seinem Arbeitsplatz.

Tangerhütte – Heute ist der große Tag des Marcus Graubner. Um 14 Uhr wird er in feinem Zwirn in der Magdeburger Staatskanzlei erwartet, um aus den Händen von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) das Bundesverdienstkreuz am Bande entgegenzunehmen.

Der überreicht den Orden im Auftrag und stellvertretend für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD). Graubner ist der (wohl) erste Tangerhütter, dem diese Ehre zuteilwird.

Entsprechend aufgeregt ist der 52-Jährige, wie er der Altmark-Zeitung verriet. Ihn habe die Auszeichnung völlig überrascht. „Das ist eine riesengroße Ehre“, freut er sich. Ein bisschen wehmütig macht ihn allerdings, dass Ehefrau Lolita aus gesundheitlichen Gründen heute nicht dabei sein kann. Graubner wird für sein Engagement für behinderte Menschen geehrt. Selbst von spastischen Lähmungen betroffen, ist er seit 20 Jahren Vorsitzender des „Behindertenverbandes Stendal und Umgebung“. Aus diesem Kreis soll auch der Vorschlag gekommen sein.

Auf Bundesebene ist er als Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland (AbiD) viel unterwegs und repräsentiert dabei auch immer ein bisschen seine Heimatstadt Tangerhütte. Die Magdeburger Staatskanzlei ist für ihn daher kein Neuland. Er war hier schon des Öfteren zu Gast, stand aber dabei nie selbst im Mittelpunkt. Das ist diesmal anders. Er ist einer von fünf Sachsen-Anhaltern, die heute ausgezeichnet werden. „Menschen mit Behinderungen haben nicht oft die Gelegenheit, öffentlich etwas zu sagen“, erklärt Graubner. Diese Chance will er heute nutzen. Für eine kleine Rede hat er sich schon Notizen gemacht.

Wichtig für ihn: Das Thema Behinderung sei nur ein Aspekt seiner ehrenamtlichen Tätigkeit. So ist er seit Langem in der Tangerhütter Kommunalpolitik aktiv, war viele Jahre lang Ortsvorsitzender der CDU. „Ich wollte immer mitmischen, nicht nur auf der Couch sitzen“, sagt er. Auch beruflich meistert Graubner sein Leben mit Behinderung. Seit 28 Jahren ist der gelernte Wirtschaftskaufmann als Disponent in einer Tangerhütter Arztpraxis tätig. „Das ist der Job, den ich immer machen wollte, weil er viel mit Menschen zu tun hat.“

Heute Nachmittag werden alle Scheinwerfer auf den Tangerhütter gerichtet sein. Schon vorab hat sich der Mitteldeutsche Rundfunk für ihn interessiert und einen Tag im Leben des Marcus Graubner mit der Kamera begleitet. Sie trafen ihn am Arbeitsplatz, beim Sport und seiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Zu sehen ist der Beitrag heute Abend, ab 19 Uhr, in der Sendung Sachsen-Anhalt heute. Graubner selbst wird es nicht live sehen können, denn zu dieser Zeit wird er schon wieder im Stadtrat sitzen.

VON CHRISTIAN WOHLT

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