Andreas Brohm kritisiert „Digitale Agenda“ / 50 MBit „sind keine Zukunftslösung“

„Geld- und Steuerverschwendung“

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Andreas Brohm zur 50 MBit-Geschwindigkeit: „Wir kaufen uns heute auch keinen Röhrenfernseher mehr und tun so, als ob der Flachbildschirm noch nicht erfunden wurde.“ Foto: Archiv / AZ

mei Stendal. „Das ist Stückwerk“, kommentiert Tangerhüttes Einheitsgemeinde-Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) die gestern von der Landesregierung vorgestellte „Digitale Agenda Sachsen-Anhalt“. Brohm kämpft seit Jahren um den Glasfaserausbau.

50 oder 100 MBit seien keine digitalen Zukunftslösungen, kritisiert Brohm. Beim Ausbau mit schnellem Internet habe das Land „wieder ein Jahr verloren“. Jetzt müsse endlich gehandelt.

Die Landesregierung hat am Montag unter Federführung von Wirtschaftsminister Armin Willingmann (CDU) die Agenda in Magdeburg präsentiert. Andreas Brohm fordert die Landesregierung erneut auf, von ihrem Ziel, der flächendeckenden Breitbandversorgung mit 50 Mbit, abzurücken. „Das ist nicht nur veraltet, sondern eine Geld- und Steuerverschwendung gleichermaßen“, sagt er.

Wer heute die Straße aufreiße, sollte auch die beste zur Verfügung stehende Technologie verbauen – und die heißt FTTH („Fiber to the home“, übersetzt „Glasfaser bis zur Wohnung“). „Wir kaufen uns heute auch keinen Röhrenfernseher mehr – und tun so, als ob der Flachbildschirm noch nicht erfunden wurde.“

Die Zukunft des ländlichen Raumes sei abhängig vom flächendeckenden und zügigen Breitbandausbau, sagt Brohm. Das habe erst jüngst eine Befragung des Verbandes Kommunaler Unternehmen bestätigt. Demnach antworteten rund 84 Prozent der mehr als 300 befragten Firmen, dass der ländliche Raum durch die Digitalisierung als Wohn- und Arbeitsort aufgewertet wird. Zwei Drittel gaben an, dass die zunehmende Verlagerung von Lebensbereichen ins Internet die strukturellen Nachteile des Lebens auf dem Land reduzieren könne.

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