Neujahrsempfang der Linken beim Arbeiter-Samariter-Bund Tangerhütte

Gegen die Einsamkeit

+
Peter Zimmermann (v.l.), Bodo Strube und Kreisvorsitzender Manfred Hain von der Partei die Linke luden zum traditionellen „alternativen“ Neujahrsempfang in das Haus des Arbeiter-Samariter-Bundes in Tangerhütte.

Tangerhütte/Stendal. „Es ist schön, zu sehen, wie viele unserer Einladung gefolgt sind“, bemerkte Manfred Hain, Kreisvorsitzender der Partei Die Linke in Stendal, am Dienstag im Haus des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Tangerhütte feierlich und prostete den Gästen zu.

Und: „Ich denke, wir haben eine Menge zu besprechen“.

Klaus Scholz (l.) ist jeden Tag zu Gast im Haus des Arbeiter-Samariter-Bundes, wo er sich über Gesellschaft freut.

In jedem Jahr lädt die Partei unter dem Motto „Etwas Warmes gegen die soziale Kälte“ zu einem „alternativen“ Neujahrsempfang ein. Austragungsorte waren unter anderem schon das Soziale Kaufhaus und die Teestube Maranata in Stendal. Den ASB in Tangerhütte habe man nach Angaben von Kreisvorsitzenden Manfred Hain ausgewählt, „weil Tangerhütte so selten im Fokus steht – außerdem komme ich hier aus der Gegend“, fügte er hinzu. Ziel des Ganzen ist neben der Werbung für die Partei, „dass Menschen mit ihren Problemen auf uns zukommen“, so der Vorsitzende. Man wolle den Menschen Gehör verschaffen und sich für sie einsetzen.

Das Ehepaar Horstmann ist seit vielen Jahren – und nach eigenen Angaben „noch viel länger“ – Anhänger der Linken. „Natürlich sind wir nicht so naiv zu glauben, dass soziale Ungerechtigkeit mit einem Gratis-Essen abgehakt ist“, meint der Rentner auf Nachfrage. „Aber mit solchen Aktionen sollen die Leute wachgerüttelt werden, sich für andere einzusetzen“.

Der Arbeiter-Samariter-Bund ist eine Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation. „Wir sind sehr froh, dass es diese Einrichtung gibt“, zeigte sich Klaus Scholz aus Tangerhütte dankbar. Gemeinsam mit fünf weiteren Männern saß er an einem der Tische und genoss Schweinebraten mit Petersilienkartoffeln. „Wir kommen jeden Tag zur Mittagszeit hierher.“ Die warme Mahlzeit zu einem erschwinglichen Preis ist für den Rentner zwar „eine feine Sache“, doch im Fokus steht für ihn in Gesellschaft zu sein. Jeder der sechs Männer lebt allein und ist froh, im Haus des ASB auf Gleichgesinnte zu treffen. „Man kennt sich nun schon einige Jahre. Oft sprechen wir über Erlebnisse aus der Vergangenheit.“ Die Einsamkeit ist dann zumindest für eine Weile vergessen.

Von Charlotta Spöring

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare