Teich des Stadtparkes verliert an Tiefe / Stadtchef sieht die Baggerkosten

Gartentraum in Tangerhütte versinkt im Schlamm

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Je niedriger der Wasserstand des Teiches ist, umso mehr tritt der Schlamm zutage.

Tangerhütte – An einigen Stellen ist der Teich im Tangerhütter Stadtpark bereits Anfang Juni trockengefallen. Von einem scheint das Gewässer sowieso genug zu haben: Schlamm. Wenn ausgiebiger Regen fehlt und der Zufluss ausbleibt, liegt das Problem offen und unschön da.

Der Teich ist ein Anziehungspunkt im Park.

Und stinkt zunehmend zum Himmel, wie im vergangenen Jahr. Andreas Brohm (parteilos) kennt die Misere und die Diskussion, die darüber in den sozialen Netzwerken ausgebrochen ist. „Wenn wir dort loslegen und den Teich ausbaggern lassen, sind wir locker bei einem mittleren fünfstelligen Euro-Betrag“, schätzt der Bürgermeister der Einheitsgemeinde im Gespräch mit der AZ vorsichtig. Geld, wenn auch nicht die Riesensumme, das für andere Aufgaben natürlich fehlen würde. Ein Antrag der CDU im Stadtrat vor einiger Zeit habe in diese Richtung gezielt. Dass es für ein solches Projekt Fördergeld gebe, sei keinesfalls garantiert. Vorgefühlt habe die Stadtverwaltung ja, auch an die Finanzierung über eine Ersatz- und Ausgleichsmaßnahme gedacht. Allerdings: „Es handelt sich um ein komplexes Parksystem, fängt man an einem Punkt an, wirkt sich das auf andere aus.“ Der Bürgermeister sieht in dem Gelände nicht nur eine einzige Herausforderung. Der Knackpunkt: Die Frage nach der künftigen Bewirtschaftung sei noch immer nicht geklärt. „Es gibt keinen Masterplan für die Zukunft“, sagt er der AZ. Wer ein Projekt anstoße, müsse immer auch an die Folgekosten denken.

Ob und wie der Teich aufgewertet werden soll, darüber lasse sich natürlich reden. Inwieweit ein Springbrunnen ihn bereichern würde, auch dazu ließen sich sicherlich Überlegungen anstellen. Doch gerade ein solches Einzelprojekt sollte nicht übers Knie gebrochen und ohne Blick auf das große Ganze umgesetzt werden. „Und natürlich kostet das alles Geld und das nicht nur einmal, sondern für Betreibung und Instandhaltung jedes Jahr aufs Neue“, argumentiert das Stadtoberhaupt. Inwieweit noch Leitungen irgendeiner möglichen früheren Anlage zu finden wären, kann Brohm auf die Schnelle nicht sagen. Vieles im und am Gewässer müsste ganz genau untersucht werden.

Das frei zugängliche Gelände, 1873 von der Industriellenfamilie Wagenführ angelegt und Teil des Landesnetzwerkes Gartenträume, misst insgesamt an die 15 Hektar, was 21 Fußballfeldern entspricht. Brohm will die Zukunft nicht schwarz gezeichnet wissen. Das Neue Schloss, im Besitz der Stadt, wird dank einer Spendenaktion weiter saniert. Es gibt das Bürgercafé, das Parkfest und anderes mehr. In das Alte Schloss investiere bekanntlich ein Privatmann und wolle ein Hotel einrichten. „Es passiert also durchaus was, es geht voran, doch die Herausforderungen bleiben groß.“ Und noch einmal: „Wir brauchen neue Modelle und müssen uns genau überlegen, wie wir uns diesen Luxus, den ein solcher Park letztendlich darstellt, weiter leisten können.“

VON MARCO HERTZFELD 

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