Neue Tanger-Schule öffnet sich zahlreichen neugierigen Gästen / Etwa 3,5 Millionen Euro investiert

„Fühlen uns hier schon pudelwohl“

Sogar ein Schulgespenst fühlt sich in der Grundschule „Am Tanger“ wohl. Es ist überhaupt nicht scheu und geistert gut gelaunt durch die Reihen des Chores. Ein unheimlich gelungener Auftritt.

Tangerhütte. Immer wieder gehen die Blicke hoch zur großen Uhr an der Außenwand. Mindestens 30 Minuten sind noch Zeit. Und doch sind es bereits annähernd 100 Menschen, die sich in der neu gestalteten Grundschule „Am Tanger“ umschauen wollen. Es werden immer mehr.

Helle, freundliche Gelb- und Grüntöne dominieren die Farbe der Fassade. Ihren Anblick kennen viele Tangerhütter bereits, nun wollen sie wissen, wie es dahinter aussieht. Beide Flügel der breiten Eingangstür sind geöffnet, wie es sich für einen Tag der offenen Tür gehört. Der Um- und Ausbau hat circa drei Jahre gedauert. Vor vier Wochen sind die Schüler und Lehrer nach ihrem „Asyl“ in der örtlichen Sekundarschule „Wilhelm Wundt“ eingezogen. Volker Briesemeister, die leitende Lehrkraft, bringt es für alle auf den Punkt: „Wir fühlen uns hier schon richtig pudelwohl. “.

Birgit Schäfer ist beeindruckt von dem großen Interesse an der Schule. Für den besonderen Tag hat die Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Tangerhütte eine „Überraschung“ mitgebracht. Volker Schubert und Dirk Czarnetzki, zwei Unternehmer aus der Region, spenden der Schule 6000 Euro. Von dem Geld sollen Stühle für die ersten und zweiten Klassen gekauft werden. Weitere alte Stühle sollen mittelfristig ebenfalls ausgetauscht werden. Ansonsten präsentiere sich die Tangerhütter Einrichtung modern und gut ausgerüstet. Schäfer bedankt sich bei allen, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben. Pädagogin Andrea Hoffmann und Monika Steffens, Mitarbeiterin der Verwaltung, seien stellvertretend genannt.

Ortsbürgermeister Gerhard Borstell erinnert sich an seine eigene Schulzeit. „Ich kenne noch Griffel und Schiefertafel.“ Die Mädchen und Jungen der Tangerhütter Grundschule können nun digitale Lerntafeln nutzen. „So mancher Besucher wird die Schule mit staunenden Augen verlassen. Insgesamt sind etwa 3,5 Millionen Euro in den Komplex geflossen. Begonnen hatte alles mit dem Umbau des Hortes für circa 230 000 Euro, es folgte der Speisesaal für gut 120 000 Euro, die Sporthalle für annähernd 800 000 Euro und schließlich die Schule selbst für 2,3 Millionen Euro. Auch so sei in der Tangerstadt in der jüngeren Vergangenheit viel passiert. Borstell nennt die Krippe und den Kindergarten. „Der Kreis schließt sich immer mehr.“ Denn: Die Wundt-Schule sei auf dem Weg zu einer der ersten Gemeinschaftsschulen im Land, was auch in den finanziellen Überlegungen des Landkreises, der Träger der Schule ist, bereits eine Rolle spiele.

Eine lobenswerte Rolle spiele auch Frank Gringel. Der Südaltmärker hat das Baugeschehen über die Monate hinweg aufmerksam verfolgt und dokumentiert. Das Ergebnis ist eine Chronik, in der sich kurzweilig blättern lasse. Borstell überreicht Gringel als Dank einen Blumenstrauß und zwei Tassen mit einem Heimatmotiv.

Unter den Gästen am Tag der Deutschen Einheit ist auch Pfarrerin Claudia Rost. Sie überbringt die Grüße der religiösen Gemeinde und übergibt ein Kinderbuch für die Schule.

Der Chor der Einrichtung unterhält die Besucher mit einem bunten Programm aus Gedichten und Liedern. „Ja so sieht es aus, unser neues Haus.“ Sogar ein Schulgespenst tritt auf. Und allesamt versprechen die Kinder: „Wir werden alle schlau.“

Von Marco Hertzfeld

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