Nachwuchs begrüßt

Frettchen, Wapiti, Ziegen: Wildpark Weißewarte erlebt Babyboom

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Eines der Ziegenlämmer versucht noch mal, bei seiner Mutter ein zweites Frühstück abzustauben. Ein anderes versteckt sich.

Weißewarte – Der Wildpark in Weißewarte hat in den jüngsten Tagen Nachwuchs in seinen Reihen begrüßt. Und das nicht zu knapp.

„Zehn Ziegenlämmer, ein Kalb beim Rotwild, acht beim Damwild und acht Frettchen“, zählt Wildparkleiterin Josefine Krohn die lange Liste der Jungtiere auf. Zuletzt wurde noch ein Wapiti-Kalb begrüßt.

Beim Rundgang durch den Park klingelt das Handy der Wahl-Stendalerin. Nicht alle der neuen Parkbewohner werden aber auf Dauer in Weißewarte wohnen bleiben. Nun gilt es, den Tieren ein neues Zuhause zu suchen. Unter Tier- und Wildparks gebe es eine große Gemeinschaft, berichtet Krohn im Gespräch mit der AZ. Anhand von Tierabgabelisten könnten einzelne Einrichtungen feststellen, welche Tiere wann abgegeben werden. Nach dem Telefonat strahlt die Parkleiterin. „Zwei unserer Frettchen werden in den Wildpark nach Aschersleben kommen“, berichtet sie.

Die Damwild-Kühe schauen ganz genau hin, wer da in ihr Gehege kommt. Der ‘Kindergarten’ bleibt auf Abstand.

Noch liegen die drei weißen und fünf naturfarbenen Jungtiere schläfrig und aneinander geschmiegt in einer Box in ihrem Gehege, während Vater Herbert und Mutter Hermine den Überblick über die Kinderschar behalten. „Das hat sie gut hingekriegt, dafür dass sie so zierlich ist“, sagt Krohn nicht ohne Stolz für das Muttertier. Bei der Geburt seien die acht Kleinen so winzig wie Würmchen gewesen. Kaum zu glauben, denn seit Ende Mai hat die Truppe ordentlich zugelegt. „Man kann täglich beim Wachsen zugucken“, schmunzelt Krohn. Auch Fleisch würden die Frettchen schon fressen und immer mehr an Eigenständigkeit dazu gewinnen.

Das Wapiti-Kalb verbirgt sich hingegen scheu hinter seiner Mutter. „Und es könnte noch ein Kalb kommen“, vermutet Krohn. Rund 15 Kilo wiegt ein Jungtier nach der Geburt. Im ersten Lebensjahr haben die Kälber weiße Flecken – nach dem Fellwechsel nicht mehr. Ob das Wapiti in Weißewarte bleiben kann, ist momentan noch offen. „Wir müssen gucken, was für ein Geschlecht es hat“, schildert die Wildparkchefin.

Beim weiteren Weg zwischen Bäumen und an Gehegen vorbei, ist das Damwild bereits merklich zu hören. „Das nennt sich ‘rülpsen’ bei den Tieren“, erklärt Krohn das Geräusch. Dabei handle es sich um die Kommunikation zwischen Kälbern und Müttern. Im Gegensatz zu den Wapitis, die nur in ihrem ersten Lebensjahr weiße Flecken aufweisen, bleibt die Fellmaserung dem Damwild auch darüber hinaus erhalten. Von Weitem ist der Nachwuchs erkennbar. „Sie laufen in einem sogenannten ‘Kindergarten’.“ Die Jungtiere werden von zwei bis drei Kühen begleitet. Nach drei Wochen wagen sie sich dann auch mal ohne die Muttis los. Auch beginne der Nachwuchs inzwischen, eigenständig zu fressen.

Im Gehege der Ziegenlämmer deutet Krohn auf eines der Jungtiere, welche sich am Zaun herumtreibt. „Das da heißt ‘Blitz und Donner’“, erzählt sie mit einem Grinsen. Warum? „Weil es bei Blitz und Donner geboren wurde.“

VON LAURA KÜHN

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