Brohm sieht Aufgabe von Stadt und Rat in Hilfe beim Ehrenamt / Ideenwerkstatt fürs Kulturhaus

Förder-Einspruch „verbietet sich“

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Die CDU-Räte bangen um das Kulturhaus und sehen die Belebung der Gießereihallen als Konkurrenz.
  • VonKai Hasse
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Tangerhütte. Mit einem Appell für die Unterstützung engagierter Ehrenamtler hat der Bürgermeister Tangerhüttes, Andreas Brohm, auf Widerspruch der örtlichen CDU gegen die Förderung des Vereins „Aus einem Guss“ reagiert.

„Wir müssen das Ehrenamt mit gebührendem Respekt begegnen“, sagt er zur AZ auf Anfrage. Er gesteht ein, Versäumnisse beim politischen Prozess um die Förderung des Vereins gemacht zu haben, sieht sich aber rechtlich auf der sicheren Seite.

Der Widerspruch aus dem vergangenen Jahr ist abgewiesen. Die Regionale Planungsgemeinschaft, die die Förderungen organisiert und den Widerspruch der CDU-Fraktion entgegengenommen hatte, konnte „keine persönliche Betroffenheit“ der CDU-Räte, für die Kulturausschuss-Vorsitzender Bernd Liebisch den Widerspruch eingereicht hatte, sehen. Der Vorsitzende des Vereins „Aus einem Guss“ hatte erst kürzlich von dem aus dem letzten Jahr stammenden Widerspruch erfahren.

Neben der Konkurrenz, den das Fernziel des Vereins „Aus einem Guss“ (Belebung der Gießereihallen) für das Kulturhaus haben könnte, sahen die CDU-Räte auch Fehler bei der Verwaltung. Marcus Graubner hatte erklärt, über den Antrag sei im vergangenen Jahr im Rat kein Einvernehmen hergestellt worden (AZ berichtete). Andreas Brohm nimmt diese Kritik an: „Politisch war das unklug“, räumt er ein – er hatte sich da schon vorgenommen, den Rat besser einbeziehen. Im bestehenden Widerspruchsfall selbst musste er klarstellen, dass der Boden, auf dem die Gießereihallen stehen, im Besitz der Stadt sind. Juristisch sei er im Recht. Außerdem: „Unsere Aufgabe als Verwaltung – und als Vertreter des Stadtrates – ist es, dem Ehrenamt jede Unterstützung zu bieten.“ Einen Einspruch einzulegen gegen die Förderung eines aus seiner Sicht gemeinnützigen Projektes „verbietet sich von selbst.“

Für das Kulturhaus soll sich derweil eine Ideenwerkstatt formen. Im vergangenen Kultur- und Sozialausschuss appellierte Brohm alle Bürger dazu, bei einer Führung am 11. März dabei zu sein. Die Führung soll die Möglichkeiten und Probleme des Hauses darstellen: Vom Saal bis zum von Werner Jacob geführten Gaststättenbereich. Ab 10 Uhr können Tangerhütter sich mit Vorschlägen einbringen. Ziel soll sein, Konzepte zu finden, wie man eine Sanierung des Hauses hinbekommt. Auch ein Verein für das Kulturhaus soll gegründet werden.

Von Kai Hasse

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