Gutachten soll eine mögliche Wiederinbetriebnahme prüfen

Fährverbindung Ferchland – Grieben trotz Protest gekappt

Rund 250 Bürger versammelten sich kürzlich jeweils auf den beiden Elbseiten, um für den Erhalt ihrer Fährverbindung zu demonstrieren. Viele von ihnen wollten an der letzten Überfahrt noch einmal teilnehmen, doch der Betrieb wurde einige Stunden früher als angekündigt eingestellt.
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Rund 250 Bürger versammelten sich kürzlich jeweils auf den beiden Elbseiten, um für den Erhalt ihrer Fährverbindung zu demonstrieren. Viele von ihnen wollten an der letzten Überfahrt noch einmal teilnehmen, doch der Betrieb wurde einige Stunden früher als angekündigt eingestellt.

Ferchland/Grieben – Sie ist weg. Am Dienstag hatte die Fähre Ferchland-Grieben ihre letzte Fahrt. Anders als erwartet, wurde das Schiff schon am Vormittag abgezogen.

Der Ärger bei Anwohnern und Gästen, die die Verbindung zum letzten Mal nutzen wollten, über diese erneute Nacht- und Nebel-Aktion der Gemeinde Elbe-Parey ist groß.

Das Fährschiff liegt jetzt in Magdeburg vor Anker und ist im dortigen Hafen „eingemottet“. Vielleicht wird es doch irgendwann wieder zum Leben erweckt.

Statt Fähre künftig eine Brücke? Das Für und Wider wird gerade abgewogen.

Die betroffenen Landkreise Stendal und Jerichower Land wollen sich zusammen mit den Anrainergemeinden Elbe-Parey, Jericho und Tangerhütte für eine nachhaltige Elbquerung einsetzen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

„Auch wenn der Fährbetrieb jetzt eingestellt wird, ist das Thema noch nicht vom Tisch. Wir suchen gemeinsam nach einer dauerhaft tragfähigen Lösung“, so Landrat Steffen Burchhardt aus Burg. „Im Landkreis Stendal haben wir uns bereits zu unseren Fährverbindungen bekannt. Auch für Grieben/Ferchland wollen wir uns an der Lösungssuche beteiligen“, erklärt Landrat Patrick Puhlmann (beide SPD).

Ein Gutachten solle nun klären, wie diese Lösung aussehen könne. Eine Möglichkeit wäre die Anschaffung einer Gierseilfähre. Es müsse aber geprüft werden, ob diese Überfahrtmöglichkeit an gleicher Stelle eingesetzt werden könne. Auch das Thema Brücke steht weiterhin zur Diskussion. Neben der Prüfung aller technischen Modelle soll im Gutachten auch die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Varianten untersucht werden. Die betroffenen Kommunen wollen sich nun von ihren Gremien die Zustimmung für den Gutachter-Auftrag geben lassen. Die Studie ist natürlich nicht zum Nulltarif zu haben, hieß es. Die Rede ist von einem mittleren fünfstelligen Betrag.

VON CHRISTIAN WOHLT

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