Schließungen vermeiden / Kultur: Sparmaßnahmen in Ausschüssen thematisiert

Einnahmen erhöhen

Auch der Tangerhütter Hort kann von den Sparmaßnahmen betroffen sein. Die Stadtverwaltung sieht dort im Bereich der Gebühren Möglichkeiten. Derzeit wird geprüft, inwieweit Betreuungsentgelte in der Einheitsgemeinde vereinheitlicht werden können. Foto: Andrys

Tangerhütte. Mit knapp fünf Millionen Euro Defizit steht es schlecht um die Finanzlage der Einheitsgemeinde Tangerhütte. Fast 11 Millionen Euro Schuldenstand lassen die Gemeinde an zweithöchster Stelle im gesamten Landkreis Stendal stehen.

Keine Platzierung, auf die man stolz sein kann. Seit Oktober 2011 ist deshalb eine Haushaltssperre verhängt worden.

Der Kulturausschuss Tangerhütte setzte sich deswegen am Montagabend zusammen, um erste Maßnahmen zu diskutieren. Einsparungen bei den Betriebskosten, flexible Arbeitszeiten bei Erzieherinnen, die Einführung von Schließzeiten und Möglichkeiten zur Erhöhung der Einnahmen standen zur Diskussion, insbesondere bei den freiwilligen Aufgaben in den Bereichen Kulturhaus, Sportstätten, Dorfgemeinschaftshäuser und der Schulküche in Lüderitz. Private Feiern, für die öffentliche Räume angemietet werden, sollten zukünftig teurer werden, sowohl im Kulturhaus als auch bei Trauungen im Standesamt und vor allem im Schloss, so die Aussage von Mario Molkenthin (CDU).

Auch die Nutzung der Sportstätten könnte künftig in einigen Bereichen kostenpflichtig werden. Aber auch bei den Pflichtaufgaben müsse zwingend der Rotstift angesetzt werden. Vor allem in den Bereichen der Schulen, Kindertagesstätten und Horte, informierte Sachgebietsleiterin Barbara Stutzer. Eine Möglichkeit sieht die Stadtverwaltung hierbei im Bereich der Gebühren. Derzeit werde geprüft, inwieweit Betreuungsgebühren in der Einheitsgemeinde vereinheitlicht werden. Dies solle auch für die Freibäder gelten. Tangerhütte sei derzeit immer noch günstiger als Lüderitz. Hier wurde diskutiert, den Preis für Kinder bei einem Euro zu belassen, bei Erwachsenen aber von zwei Euro um 50 Cent zu erhöhen. Ortsbürgermeister Gerhard Borstell schloss sich dem Vorschlag Stutzers an und bemerkte, dass zukünftig auch intensiver auf die anfallenden Nebenkosten in den einzelnen Einrichtungen geschaut werde. Hier sähe er ein hohes Einsparpotenzial.

In diesem Zusammenhang kam auch wieder das Thema Schließzeiten der Kindertagesstätten auf. „Wenn wir das in Zusammenarbeit mit dem Elternkuratorium angehen, wird es auch möglich sein, einige Einrichtungen für bestimmte Zeiten zu schließen“, sagte Ramona Hoffmann, Ortsbürgermeisterin von Lüderitz. Heinz-Peter Döhmann (SPD) schlug vor, insbesondere im Kinderbetreuungsbereich stark auf die Arbeitszeiten der Erzieherinnen zu achten und zu kontrollieren, dass bei geringer Kinderanzahl überflüssiges Personal nach Hause geschickt wird, damit keine Überstunden mehr auflaufen und Personalkosten gespart würden.

Von Tanja Andrys

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