Stadt hofft auf Touristen

Auf einer Betonbahn zum Tanger: Radwegbau bei Briest soll nur der Anfang sein

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Wolfgang Held ist viel mit dem Rad unterwegs. Das Projekt nahe Briest habe lange auf sich warten lassen.

Tangerhütte – „Es wird ja auch Zeit“, meint Wolfgang Held und blickt zum Bagger, der in einigen Hundert Metern Entfernung weiteres Erdreich bewegt. Dass der Radweg von Briest bis zum Hohen Steg am Fluss Tanger ausgebaut wird, dafür streckt der Weißewarter den Daumen gern nach oben.

Die Einheitsgemeinde Tangerhütte investiert circa 450.000 Euro in die Piste. Es fließen voll und ganz Fördermittel von Land und Bund aus dem Topf Aufbauhilfe Hochwasser 2013. Wenn alles rund laufe, seien die Arbeiten vor den Toren der Kernstadt Ende Mai abgeschlossen, heißt es auf Nachfrage der AZ aus dem Rathaus.

Auch Asphalt vorn zur Straße muss weichen.

Der Radweg, arg strapaziert und von Wasser, Wind und Wetter gezeichnet, gehört zum überregionalen Altmarkrundkurs. Das Projekt nimmt dieser Tage so richtig Fahrt auf. Die Trasse ist eineinhalb Kilometer lang und wird durchgehend auf drei Meter Breite befahrbar sein.

Arbeiter schaffen laut Informationen aus dem Rathaus jeweils einen Meter breite Betonspuren, dazwischen kommen Rasengitterplatten. Zudem entstehen Ausweichstellen aus Beton. Die Piste verbindet den Radweg am Tanger von Weißewarte mit dem Radweg entlang der Landesstraße 31. Des Weiteren sei dieser Weg für die Forstwirtschaft wichtig.

Die Einheitsgemeinde will im Radtourismus zulegen. Momentan sei der Stellenwert gering, weiß Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos). Ein Kooperationsvorhaben über Leader, eine Radwanderkarte, die auf Knotenpunkten basiert, und die dafür nötige Beschilderung sollen einiges beleben. „Auch im Zusammenhang mit dem Gartentourismus liegt aus unserer Sicht hier viel Potenzial für die Altmark und die Tanger-Region.“ Maßnahmen wie die ab Briest erhöhten natürlich die Qualität des Radwegenetzes in der Einheitsgemeinde. „Zukünftig müssen wir noch mehr Augenmerk auf die touristischen Routen legen.“

Drei weitere Projekte sollen laut Brohm mittelfristig umgesetzt werden. Über die Initiative „Wege für alle“ soll eine Verbindung zwischen Cobbel und Birkholz geschaffen werden. Der Startschuss für die Crowdfunding-Aktion, eine Art Gruppenfinanzierung, fällt am heutigen Sonnabend. Eine halbe Million Euro soll der Radweg kosten. Greift ein Förderprogramm, müssen 50.000 Euro her. Für die Zukunft sei auch ein lückenloser Radweg zwischen Windberge und Tangermünde wichtig. Und Schernebeck sollte mit einer vernünftigen Piste über Stegelitz ans Netz angeschlossen werden.

„Das Rad ist wichtig für unseren Alltag und für den Tourismus wird es künftig an Bedeutung gewinnen“, ist der Bürgermeister der Einheitsgemeinde überzeugt. In den Sattel schafft es das Stadtoberhaupt übrigens selbst selten. „Wahrscheinlich laufe ich im Jahr mehr Kilometer, als dass ich Rad fahre“, meint Brohm mit Augenzwinkern. Inwieweit ein ausgebautes Radnetz daran etwas ändert, muss sich zeigen. Pedaltreter Held zeigt sich im Gespräch mit der AZ jedenfalls mit den Bauarbeiten nahe Briest zufrieden. Der Weißewarter will die ausgebaute Strecke dann regelmäßig nutzen.

VON MARCO HERTZFELD

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