Land stellt Radwegebau in Aussicht, wenn Kommune Planungen übernimmt

„Ein Weg für alle“ auch in Lüderitz?

Der Radweg zwischen Tangermünde und Grobleben ist in der Planung.
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Der Radweg zwischen Tangermünde und Grobleben ist in der Planung.

Tangerhütte – Am heutigen Montag sollte für die Bürgerinitiative „Ein Weg für alle“ ein großer Tag sein.

Sachsen-Anhalts Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) hat sich angesagt, um den Förderbescheid für den heiß ersehnten Radweg zwischen Birkholz und Cobbel zu überbringen. Doch es gibt Knatsch um das Projekt (AZ berichtete). Wird der Minister wirklich kommen oder hat ihn der heftige Krach der vergangenen Tage verschreckt?.

In einer beispiellosen Spendensammelaktion hatte die Bürgerinitiative mehr als 50 000 Euro Eigenmittel für ein Förderprogramm zum Radwegebau aufgebracht. Den gleichen Anteil schießt der Landkreis zu. Denn es geht um eine Kreisstraße. Genau das ist ein Kritikpunkt der Skeptiker. Der Landkreis stehle sich aus der Verantwortung, moniert Edith Braun (Wählergemeinschaft Lüderitz). Das Thema gehöre daher nicht in den kommunalen Haushalt der Einheitsgemeinde Tangerhütte. Auch sei nicht geklärt, wer das Risiko bei einer möglichen Kostensteigerung trägt.

Für die Strecke zwischen Lüderitz und Tangermünde kämpfe sie seit vielen Jahren erfolglos um einen Radweg entlang der Landesstraße, sagt Braun. Lediglich am Abschnitt im Bereich der Stadt Tangermünde scheint sich inzwischen etwas zu tun. Laut Auskunft des Verkehrsministeriums in Magdeburg würde das Land den Weg wohl bauen, wenn die Kommune einen Anteil an den Planungen übernimmt. Aber dafür fehlt in Tangerhütte das Geld. Läuft auch hier alles auf das Spendenmodell hinaus? Wird es bald auch in Lüderitz eine Radweg-Bürgerinitiative geben?

Für Radfahrer äußerst gefährlich, weil ein Weg für die Pedalritter fehlt: Die Strecke zwischen Groß Schwarzlosen und Hüselitz.

Die Strecke zwischen Tangermünde und Vinzelberg entlang der Landesstraße 30 sei im Landesradwegekonzept als „nachrangig“ aufgeführt, teilt Ministeriumssprecher Andreas Tempelhof mit. Das heißt: In absehbarer Zeit würde sich hier nichts tun. Um die Sache zu beschleunigen, sei beabsichtigt, die betroffenen Kommunen ins Boot zu holen, um Planungsvereinbarungen zwischen der Landesstraßenbaubehörde und den Städten Tangermünde, Tangerhütte und Stendal abzuschließen. Diese wären in einem ersten Schritt für einige Planungsphasen federführend und würden diese finanzieren. „Das Land refinanziert die Planungsleistungen nach Abschluss“, so die Idee aus Magdeburg.

Auf dieser Basis funktioniere die Vereinbarung mit der Stadt Tangermünde, die die Abschnitte von Tangermünde nach Grobleben und von Grobleben bis zur Gemarkungsgrenze Demker enthalte. Dieser Streckenabschnitt sei aufgrund der Thematiken Schulweg, hohe Radfahrerfrequentierung zum Bahnhof Demker sowie – im Vergleich zu den anderen Streckenabschnitten – höhere Verkehrsbelastung als erster ausgewählt worden. „Es ist beabsichtigt, die Abstimmungen mit den Städten Tangerhütte und Stendal in vergleichbarer Weise aufzunehmen“, sagt Tempelhof. VON CHRISTIAN WOHLT

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