Ein Zuhause für ein Wochenende

Durchgangsunterkunft in Tangerhütte bietet Flüchtlingen eine kurzfristige Unterkunft

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Sie können sich auf deutsch unterhalten: Sebastian Sippert (l.), Verwalter der Durchgangsunterkunft im Gespräch mit dem 27-jährigen Lehrer Azad Karjoul aus Syrien.

Stendal / Tangerhütte. Rund um das Gebäude an der Birkholzer Chaussee wurde ein Metallzaun aufgestellt, das Areal wird 24 Stunden am Tag überwacht. Dennoch steht das Tor der Durchgangsunterkunft in Tangerhütte für die Bewohner immer offen.

„Momentan leben 73 Personen in dem Haus. Es handelt sich um die Räumlichkeiten einer ehemaligen Lernbehinderten-Einrichtung“, informiert Sebastian Sippert, Verwalter der Unterkunft.

Hinweise zur Einhaltung der Hygienevorschriften gibt es illustriert und mehrsprachig.

Unter der Leitung des Landrats Carsten Wulfänger (CDU), des zweiten Beigeordneten Sebastian Stoll und des Leiters der Gemeinschaftsunterkunft am Möringer Weg in Stendal, Jochen Heindorff, fand gestern eine Führung durch die Unterkunft statt. Da es sich im Gegensatz zu Stendal um eine Durchgangsunterkunft handelt, ist die Verweildauer der Flüchtlinge entsprechend gering.

„Die Flüchtlinge kommen in der Regel am Freitag an. Ab dem darauffolgenden Montag werden sie dann in andere Unterkünfte verteilt“, so Wulfänger. Meist seien sie bis zum Mittwoch aufgeteilt. „Das hat sich in den vergangenen Wochen so bewährt“, informierte der Landrat.

Unter den Flüchtlingen, die meistens aus Syrien oder Afghanistan kommen, befindet sich auch Azad Karjoul. Der 27-Jährige kommt aus dem syrischen Aleppo. Die Stadt im Norden Syriens ist die zweitgrößte des Landes. Aufgrund des dortigen Bürgerkrieges wird die Stadt seit einigen Jahren umkämpft. Karjoul gelang die Flucht nach Deutschland. Er hat in seiner Heimat als Lehrer gearbeitet und spricht bereits Deutsch. Seit vergangenem Sonntag ist er hier, vorher habe er zwei Monate in der Klietzer Landesaufnahme-Einrichtung gelebt. 140 Schlafplätze stehen hier für Asylsuchende bereit. Die Zimmer sind mit Metallschränken, Schreibtischen, Stühlen und Etagenbetten ausgestattet. Bis zu 12 Betten können laut Sippert in einem Raum der einstigen Behinderten-Einrichtung aufgestellt werden. In einer großen Küche, in der auch mehrere Waschmaschinen stehen, können sich die Asylsuchenden selbst versorgen. „Das Gelände wird zwar überwacht. Aber das dient eher dazu, dass nicht eventuell Menschen hier reinkommen, die hier nichts zu suchen haben“, sagt Sebastian Stoll.

Von Mike Höpfner

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