Wie weiter in Weißewarte?

Hängepartie um den Wildpark

Ein Pfau sitzt auf einem hölzernen Spielgerät für Kinder.
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Statt Kindern tummelt sich der Pfau auf dem Spielplatz. Das wird auch so lange so bleiben, bis für die in der ganzen Region beliebten Anlage ein neues Betreibermodell gefunden wurde.
  • Christian Wohlt
    VonChristian Wohlt
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Neue Hängepartie um den Wildpark Weißewarte. Der Stadtrat der Einheitsgemeinde Tangerhütte konnte sich auf seiner Sitzung am Mittwochabend nicht auf ein neues Betreibermodell einigen. Die Verwaltung hatte die Gründung einer gemeinnützigen GmbH vorgeschlagen.

Als etwas zu optimistisch bezeichnete Tangerhüttes Bürgermeister Andreas Brohm seine Prognose, der Wildpark Weißewarte könne bereits diese Woche wieder öffnen.

Tangerhütte – Der fraktionslose Stadtrat Dietrich Schultz sprach sich hingegen für eine sogenannte Körperschaft öffentlichen Rechts aus. Darauf entspann sich eine kontroverse Diskussion über das Für und Wider beider Varianten, die nach rund einer Stunde mit der Vertagung der Beschlussvorlage endete. Damit sei nicht nur die geplante Übergabe des Wildparks an die neue Gesellschaft zum 1. Februar 2022 gefährdet, warnte Einheitsgemeindebürgermeister Andreas Brohm (parteilos). Auch rechtliche Folgen, die zum Beispiel die Arbeitsverträge der Mitarbeiter betreffen, seien unklar. Nachdem sich der Betreiberverein zurückgezogen hatte, wird der Wildpark aktuell als Übergangslösung vom Förderverein geführt. Dieser habe die bisherigen Mitarbeiter übernommen und zusätzlich neue eingestellt. Derzeit ist die Anlage geschlossen. Es werde an der Abarbeitung der vom Landkreis verhängten Auflagen gearbeitet. Wann wieder Besucher in den Park dürfen, ist unklar. Marcus Graubner (CDU) kritisierte, dass der Bürgermeister den Eindruck erweckt habe, der Park könne schon in dieser Woche wieder öffnen. Das sei eine deutlich zu optimistische Aussage gewesen, räumte Brohm ein.

Ein Schild sagt mehr als tausend Worte: Wann es im Wildpark weiter geht, ist offen.

Amtsleiterin Kathleen Altmann warb für die gGmbH-Variante als „zweckmäßigste und wirtschaftlichste Lösung.“ Sie biete die flexibelsten Möglichkeiten und sei juristisch am einfachsten umzusetzen. Die Kommune müsse lediglich 25 000 Euro Stammkapital hinterlegen. Das Argument reichte jedoch nicht, um eine Mehrheit der Stadträte zu überzeugen. Wolfgang Kinszorra (Wählergemeinschaft Zukunft) bemängelte zum Beispiel, dass eine steuerrechtliche Abwägung, welche Variante günstiger wäre, fehlt. Edith Braun (Wählergemeinschaft Lüderitz) sprach sich für die gGmbH-Gründung aus. Allerdings müsse zuvor geklärt werden, wer das Risiko trägt, wenn diese Verluste erwirtschaftet. „Eine finanzielle Deckelung muss in den Vertrag“, so ihre Forderung, denn: „andere Aufgaben dürfen nicht leiden.“ Altmann äußerte die Hoffnung, dass die neue Gesellschaft kostendeckend arbeiten könne. Eine Endabrechnung mit dem Betreiberverein, die Aufschluss darüber geben könnte, ob das realistisch ist, gibt es allerdings bisher nicht. Einig sind sich Stadtrat und Verwaltung in dem Ziel, den Park zu erhalten. Das sei eine Herkulesaufgabe, erklärte Brohm unwidersprochen. Fakt ist: Ende Januar läuft die Duldung des Betriebes durch den Landkreis aus. Danach muss eine neue Zoogenehmigung her. Die Einheitsgemeinde hat dieses unerlässliche Dokument beantragt, muss dafür aber neben fachkompetenten Mitarbeitern ein tragfähiges Betreibermodell vorweisen, wenn es weitergehen soll.

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