„Friedensmarsch“ durch die Colbitz-Letzlinger Heide geht in die 222. Runde

Devise: Natur nicht ausbeuten

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Die Mitstreiter der Bürgerinitiative „Offene Heide“ begeben sich regelmäßig auf einen friedlichen Marsch durch die Heide. Damit wollen sie ihren Protest ausdrücken.

Colbitz. „Wir wollen, dass die Colbitz-Letzlinger Heide wieder zivil nutzbar gemacht wird“, erzählte Helmut Adolf, Pressesprecher der Bürgerinitiative „Offene Heide“. „Die Heide ist eine einzigartige Kulturlandschaft, die es zu schützen gilt.

Seit mehreren Jahrzehnten wird diese Natur durch das Militär auf infame Weise missbraucht und verschandelt. Deswegen sind wir hier. Um unseren Protest auszudrücken. Friedlich, aber eindringlich. “.

Mit knapp 50 Personen hatten sich die Aktivisten am Neujahrstag in dem Waldgelände zwischen Colbitz und Dolle getroffen. Unter der organisatorischen Leitung von Joachim Spaeth, Christel Spenn und Gisela Mühlisch marschierten sie entlang der militärischen Sperrzone bis zur geplanten Trasse der Autobahn 14.

„Der Bau dieser Autobahn ist ein ungeheurer Eingriff in die Natur“, so Adolf. „Die Menschen begreifen gar nicht, welche Folgen das einmal haben wird. Seltene Pflanzenarten, Tierwelten – wir Menschen greifen einfach in die Natur ein, ohne uns Gedanken zu machen.“ Deswegen habe sich 1993 die Bürgerinitiative „Offene Heide“ zusammengeschlossen. Um zu zeigen, dass man nicht alles hinnehmen müsse. Dass man sich wehren kann. Dass man seinen Unmut durchaus zum Ausdruck bringen kann. „Aber friedlich“, so die Organisatorin Spenn in ihrer Ansprache: „Empört euch“, zitierte sie den französischen Autor Stephane Hessel. „Denn durch die Empörung wird man aktiviert, stark und engagiert. Eine friedliche Demonstration wollen wir durchführen. Wir wollen auf die Misshandlung der Natur aufmerksam machen, wir wollen uns empören.“

Jeden ersten Sonntag im Monat gehen die Aktivisten durch die Colbitz-Letzlinger Heide, nehmen sie Stück für Stück symbolisch in Besitz und erfüllen sie mit friedlichem Leben, so der Aufruf der Organisation. Das Militär behindere die offene Nutzung der Heide. Den freien Zugang einschränken, Krieg bringen, „denn hier werden die Soldaten für die Einsätze in Afghanistan ausgebildet“, so Spenn. „Es geht um Krieg, Gewalt und Not. Darüber müssen wir uns empören.“

Einer, der von der ersten Stunde mit dabei ist, ist Ernst Niemann. Der 83-jährige ist immer mit dabei, wenn die Bürgerinitiative ruft. Er ist das älteste Mitglied in dieser Runde. Einer, der sich einbringt, äußert, motiviert. „Ja, man muss sich doch engagieren, wenn man solche Missstände sieht. Ich will, dass die Heide frei ist. Ich will keine Soldaten, keinen Krieg, keine Ausbeutung der Natur. Dafür trete ich seit über zehn Jahren ein und werde es weiter tun, solange ich kann.“

Von Tanja Andrys

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