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Die Reißleine gezogen

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Von: Christian Wohlt

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Der geschlossene Eingangsbereich eines Tierparks mit Metallgittertor und Holzhaus.
Der Wildpark Weißewarte ist ab heute erst einmal für den Besucherverkehr geschlossen. Es fehlen für das Fortbestehen noch ein Nutzungskonzept, ein Tierbestandsregister oder auch ein Gehegeplan. © ct-press (Christian Wohlt)

Es kam, wie es kommen musste. Der Wildpark Weißewarte ist ab heute für Besucher geschlossen. Seit zwei Jahren fehle die Zoo-Genehmigung. So lange hätten die Betreiber Zeit gehabt, die dafür nötigen Voraussetzungen zu erfüllen. Ab sofort gebe es keinen Spielraum mehr, die weitere Öffnung zu dulden, sagte Landrat Patrick Puhlmann (SPD) gestern. Der Betrieb könne jedoch vorerst als Tiergehege weiter gehen.

Zwei Männer in dunklen Mänteln und blauen Jeanshosen kommen in ein Gespräch vertieft auf den Betrachter zu.
Landrat Patrick Puhlmann (r.) und Tangerhüttes Bürgermeister Andreas Brohm hegen große Sympathien für den Wildpark. Puhlmann sieht derzeit jedoch keinen Spielraum mehr für einen Weiterbetrieb. © ct-press (Christian Wohlt)

Tangerhütte / Stendal – Puhlmann lobte die Bemühungen der Einheitsgemeinde Tangerhütte und des Fördervereins, der sich seit Mitte Dezember vorübergehend um die Bewirtschaftung kümmert und damit begonnen hat, die Auflagen des Landkreises abzuarbeiten. Bis zuletzt sei gestern daran gearbeitet worden, um das Unabwendbare doch noch abzuwenden. Das habe nicht ausgereicht, um kurzfristig doch noch einen positiven Bescheid erstellen zu können. Es fehlten noch wichtige Unterlagen wie ein Nutzungskonzept, ein Tierbestandsregister oder ein Gehegeplan. Auch die gemeinnützige Gesellschaft, die künftig den Betrieb übernehmen soll, sei noch nicht gegründet. Die sollte schon zum 1. Februar ihre Arbeit aufnehmen. Der Tangerhütter Stadtrat hat jedoch erst in der vergangenen Woche den Weg dafür frei gemacht. Auch auf die eigene Verantwortung bezogen, merkte Puhlmann an, dass man die Dinge wohl zu lange beim früheren Betreiberverein laufen ließ. „Vielleicht hätte man früher die Reißleine ziehen sollen“, sagte er. Unter der neuen Regie sei in kurzer Zeit unfassbar viel geleistet worden. Das verdiene Anerkennung. Es sei ungerecht, dass der Förderverein nun in wenigen Wochen das abarbeiten müsse, was andere vorher verweigert hätten.

Mehrere ausgewachsene Schweine suhlen sich im Schlamm eines Tiergeheges.
Auch diese Schweine müssen derzeit ohne Besucher auskommen. Ob der Wildpark jemand wieder für Publikum geöffnet wird, ist derzeit mehr als fraglich. Ein Monat kostet rund 25 000 Euro. © ct-press (Christian Wohlt)

Eine genaue Nachforderungsliste werde kurzfristig erstellt. Bis spätestens Ende März sei dann Zeit, diese zu erfüllen. Gelingt das nicht, bedeutet das für den Wildpark das endgültige Aus. Würden schon vorher die wesentlichen Anforderungen erfüllt, könnte auch eine vorübergehende Zoo-Genehmigung erteilt werden, sagte Puhlmann. Das heißt, der Park dürfte dann schon vor diesem Termin wieder Besucher empfangen. Für die Einheitsgemeinde Tangerhütte und den Förderverein hätte das einen handfesten finanziellen Vorteil. Denn laut Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) koste die Bewirtschaftung des Parks monatlich rund 25 000 Euro.

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