Ferchland - Grieben

Klares Bekenntnis zur Fähre

Eine Autofähre liegt am Anleger
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Aller Protest half nichts, im Sommer letzten Jahres wurde die Fährverbindung Ferchland-Grieben eingestellt. Jetzt bekannte sich auch der Tangerhütter Stadtrat noch einmal zu dieser Elbquerung und unterstützt die Wiederinbetriebnahme finanziell.
  • vonStephan Ernst
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Auch der Stadtrat der Einheitsgemeinde Tangerhütte bekennt sich weiter zur Fährverbindung Ferchland-Grieben und stimmte in seiner jüngsten Sitzung der Zahlung von jährlich 4500 Euro für die kommenden fünf Jahre zu.

Tangerhütte – Im vergangenen Jahr war beschlossen worden, dass der Bürgermeister mit den Nachbarkommunen ein Konstrukt zur gemeinsamen Betreibung ausloten sollte. Deshalb trafen sich jetzt alle Kommunen, die sich für den Erhalt der Fährverbindung stark machen, zu einer weiteren Besprechung.

Da eine Umrüstung zur Gierseilfähre aufgrund der hohen benötigten Fördermittel und des Eingriffs in den Elbverlauf einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird, soll die Elbquerung ab Sommer dieses Jahres zunächst durch die motorbetriebene Fähre der Gemeinde Elbe-Parey sichergestellt werden. Das teilt aktuell die Stadtverwaltung mit.

Sobald die politischen Gremien auf beiden Elbseiten ihre finale Zustimmung zur Mitfinanzierung des erwarteten Defizits beschlossen haben, soll die Nahverkehrsgesellschaft des Jerichower Landes (NJL) die Fähre von der Gemeinde Elbe-Parey erwerben. Unmittelbar nach dem Eigentumsübergang wird ein Förderantrag beim Land für die notwendige Revision der Fähre gestellt.

NJL-Geschäftsführer Thomas Schlüter bereitet den Betrieb der Fähre organisatorisch vor und sucht bereits nach personeller Verstärkung. Alle Partner sind dankbar für Hinweise auf geeignete Personen, die über die notwendigen Qualifikationen verfügen, gerne auch ein ehemaliger Kapitän im Ruhestand. Mittelfristig wird die NJL zudem Busfahrer aus den eigenen Reihen zum Führen einer Fähre qualifizieren. Das wird jedoch mindestens ein halbes Jahr in Anspruch nehmen.

In der Zwischenzeit gab es zudem eine erste Kontaktaufnahme der NJL zum Marego-Verbund. Ziel ist es, die Fährverbindung mit in den Nahverkehrsplan des Verbundes zu integrieren. Dies hätte aus Sicht des neuen Betreibers einige Vorteile. Auch wurde bereits ein Entwurf einer konkreten Vereinbarung zwischen den beteiligten Kommunen erstellt, die im Detail die Kooperation regeln soll. Diese befindet sich derzeit in Abstimmung mit allen Häusern.

„Leinen los“, heißt es derzeit noch nicht. Bis die Fähre wieder ablegt, wird es wohl noch etwas dauern.

„Wir sind dem Ziel ein großes Stück nähergekommen, und es zeigt sich, dass wir nur gemeinsam dieses Projekt stemmen können“, zeigt sich Tangerhüttes Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) erleichtert. „Wir dürfen aber nicht verschweigen, dass es noch einiger Anstrengungen bedarf und ich bin froh, dass sich nun die NJL engagiert“, so Brohm weiter.

Bereits Mitte Februar 2016 hatte das Stadtoberhaupt zusammen mit der Ortsbürgermeisterin Rita Platte ausgelotet, inwiefern die Einheitsgemeinde sich am Defizitausgleich beteiligen kann. Aus der Diskussion heraus sahen die Stadträte damals jedoch keinen Grund zur Unterstützung und fühlten sich an bereits gefasste Beschlüsse gebunden, die keinen Zuschuss zum Fährbetrieb vorsahen.

„Ich bin froh über den Stimmungswechsel im Stadtrat und hoffe, dass wir nun ein tragfähiges Konzept umsetzen können“, erklärte Brohm abschließend. (pm)

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