Es ist geschafft

Radweg Cobbel-Birkholz: Neue Piste für mehr Sicherheit

Ein Radfahrer fährt über einen neu angelegten Radweg an einem Bauschild vorbei.
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Hier werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die neue Piste ist nicht nur Lückenschluss zwischen Elberadweg und Altmarkrundkurs, sondern stellt für Bewohner abgelegener Dörfer Anschluss an die nahe Stadt dar.
  • Christian Wohlt
    VonChristian Wohlt
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Es ist geschafft. Ein schwarzes, straßenbegleitendes Band verbindet seit kurzem die Orte Cobbel und Birkholz. Der kombinierte Rad- und Fußgängerweg soll für mehr Sicherheit auf der vielbefahrenen Strecke sorgen.

Tangerhütte – Obwohl noch nicht offiziell freigegeben, wird er bereits rege genutzt. Das ist umso bedeutsamer, da derzeit wegen der Bauarbeiten in Uchtdorf hier eine Hauptumleitungsroute verläuft. Am 18. September soll die Fertigstellung dann auch groß gefeiert werden. Wie Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) auf Nachfrage mitteilt, soll der „Weg für alle“ mit einem Spaziergang oder einer Radtour zusammen erschlossen werden. Sekt und Reden gibt es am Grenzstein beider Orte auf halber Strecke zwischen Cobbel und Birkholz. Kaffee und Kuchen warten im Anschluss im Dorfgemeinschaftshaus in Birkholz. Mit dem neuen Weg erfüllt sich für die Anwohner ein Traum. Jahrelang kämpfte die Initiative „Ein Weg für alle“ für diese Verbindung. Dabei musste sie so manche Widerstände überwinden. Eine Spendenaktion brachte fast 60 000 Euro ein und machte auch finanziell den Weg für den Radweg frei. Die neue Piste bildet nicht nur den Lückenschluss vom Elberadweg zum Altmarkrundkurs. Für die Bewohner der abgelegenen Dörfer stellt sie auch einen wichtigen Anschluss an die nahe Stadt dar.

Der Straßen- und Radverkehr haben jetzt getrennte Fahrspuren. Das erhöht den Komfort und die Sicherheit.

Viele Menschen fahren mit dem Rad zum Einkaufen oder zur Arbeit nach Tangerhütte. Auch Schulkinder mussten sich bisher die Straße mit den Autos teilen. Der starke Verkehr auf der 2,5 Kilometer langen, kurvenreichen Strecke erfordere einen separaten Weg, so das Argument der Bürgerinitiative. Der steht zwar schon lange im Radwegekonzept der Einheitsgemeinde. Für die Realisierung des Eine-Million-Euro-Projektes fehlte jedoch das Geld, obwohl 90 Prozent der Kosten über ein Förderprogramm getragen werden. Die Hälfte der benötigten 100 000 Euro Eigenmittel schießt der Landkreis Stendal, als Baulastträger der Kreisstraße zu. Um die restlichen 50 000 Euro als kommunalen Anteil der Einheitsgemeinde Tangerhütte aufzubringen, rief die Bürgerinitiative zur Spendensammlung auf und rührte mit ungewöhnlichen Aktionen kräftig die Werbetrommel. Ihre Mitstreiter stellten (alte) Fahrräder an den Straßenrand und hängten selbst gemalte Plakate an die Bäume, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Vor einem Jahr wurde der Fördermittelbescheid für die Strecke übergeben. Mit dabei, Vertreter des Landes, des Landkreises, der Einheitsgemeinde und der Bürgerinitiative. Rechts im Bild Stendals Landrat Patrick Puhlmann.

Trotz kontroverser Diskussionen bekannte sich letztlich auch der Tangerhütter Stadtrat dazu, den Weg zu bauen. Allerdings unter der Bedingung, dass auch eine mögliche Kostensteigerung nicht zu Lasten der Stadtkasse gehen darf. Die Bürgerinitiative hat angekündigt, in diesem Fall den Differenzbetrag wieder über Spenden aufzubringen. Abgerechnet wird zum Schluss. Nun wird aber erstmal gefeiert.

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