Satzungen sollen vereinheitlicht werden / Widerstand aus den Ortschaften

Debatte um die Friedhöfe

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Für die Friedhöfe der Einheitsgemeinde Tangerhütte soll künftig eine einheitliche Satzung gelten. Ausschlaggebend sollen die hohen Werte Tangerhüttes sein, was in den kleineren Ortschaften übel aufstößt.

Tangerhütte. Die neue Friedhofsgebührensatzung für die Einheitsgemeinde Tangerhütte sorgt für lebhafte Diskussionen. Eine entsprechende Beschlussvorlage wurde auf dem jüngsten Stadtrat von der Tagesordnung abgesetzt. Es gibt weiteren Redebedarf.

Stattdessen informierte die Verwaltung noch einmal über die geplanten Veränderungen. So sollen für die Friedhöfe in der Einheitsgemeinde künftig einheitliche Regelungen gelten. Bisher hat jede Ortschaft ihre eigene Satzung mit unterschiedlichen Gebühren für die jeweiligen Bestattungs- und Grabarten. Diese weichen zum Teil erheblich voneinander ab. Eine Folge der Vereinheitlichung wäre, dass in manchen Orten bestimmte Leistungen erheblich teurer würden, in anderen würden die Gebühren gleich bleiben oder sogar sinken. Insbesondere weniger gefragte Bestattungsarten (zum Beispiel Einzelgräber) würden teurer.

Unter dem Strich führe der Vorschlag nicht zu einer eklatanten Erhöhung, verteidigte Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) das Vorhaben. Die Satzungen der einzelnen Orte seien seit Jahren nicht an die allgemeine Kostensteigung angepasst worden. Acht Jahre nach Bildung der Einheitsgemeinde gehe es nun darum, die Satzungen und Gebühren zu vereinheitlichen, sagte er.

Dass dabei die hohen Werte der größten Ortschaft (Tangerhütte) ausschlaggebend für die Bemessung sein würden, stieß besonders den Vertretern der kleineren Orte übel auf. Wolfgang März (Linke), sprach sich im Bauausschuss sogar dafür aus, es bei den Einzelsatzungen zu belassen. „Wir gehen sparsam mit unseren Mitteln um und sollen nun für Tangerhütte bezahlen“, schimpfte er. Die Kernstadt leiste sich sogar einen Friedhofsgärtner.

Ein Zurück zur „Kleinstaaterei“ will der Bürgermeister nicht hinnehmen. Ihm sitzt die Kommunalaufsicht im Nacken, die eine Vereinheitlichung der Satzungen verlangt. Kompromisse werden derzeit gesucht und dann sicherlich wieder lebhaft diskutiert.

Von Christian Wohlt

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