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Weiterer Wohnblock weicht

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Von: Christian Wohlt

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Der entkernte Rohbau eines alten Wohnblocks kündet von seinem baldigen Abriss.
Die Abrissarbeiten gehen zügig voran. Die letzten Mieter hatten den Wohnblock an der Otto-Nuschke-Straße vor einem Jahr verlassen. © ct-press (Christian Wohlt)

Das Licht ist aus im Wohnblock Otto-Nuschke-Straße 22-28 in Tangerhütte. Leere Fensterhöhlen und fehlende Briefkästen künden schon lange davon, dass hier kein Mensch mehr wohnt. Die letzten Mieter haben das Haus vor einem Jahr verlassen. Nun hat das letzte Stündlein des schmucklosen 70er-Jahre-Baus geschlagen. Der Abriss dieses Stücks Zeitgeschichte läuft. Fast täglich lässt sich der (Rück-)Bauverlauf verfolgen.

Ein Bauschild an einer Straße weist auf den Abriss eines Wohnblockes hin.
Einst umfasste der Wohnblock aus den 1970er Jahren sieben Hauseingänge mit 56 Wohnungen und einer Wohnfläche von insgesamt 3109 Quadratmetern. © ct-press (Christian Wohlt)

Tangerhütte – Bereits vor gut zwei Jahren hatte der Stadtrat grünes Licht gegeben, dass die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWG) den Block abreißen darf. Dafür können Fördermittel genutzt werden. Hier verschwinden 56 Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 3190 Quadratmetern. Damit kann die Leerstandsquote in der Stadt deutlich gesenkt werden. Für den Abriss sind Kosten in Höhe von rund 355 000 Euro veranschlagt. Ob es dabei bleibt, wird sich erweisen. Nach dem Stadtratsbeschluss wartete ein Tangerhütter Immobilienunternehmer mit einer scheinbar verlockenden Idee auf. Er wollte dem todgeweihten Gebäude neues Leben einhauchen und den großen Klotz zu kleineren Einheiten zurückzubauen. Doch er kam mit seinem Projekt zu spät. Die Messen für den Wohnblock waren längst gesungen. Bis Ende des Jahres wird das Gebäude wohl verschwunden sein. Was mit der dann freien Fläche wird, steht in den Sternen. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Wohnblock im Neubaugebiet weichen muss. Vor Jahren wurden mehrere Gebäude aus den frühen 80ern am Neustädter Ring abgerissen. Mit einem anderen Projekt erregte die SWG überregionale Aufmerksamkeit. An der Albert-Schweitzer-Straße entstanden aus einem großen Block mehrere kleine sogenannte Stadtvillen. Für solche aufwendigen Investitionen fehlt aber heute das Geld.

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