Industriekultur Tangerhütte

Historisches Erbe nicht vergessen

Eine Backstein-Industrie-Fassade mit großen Fenstern.
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Wie sieht die Zukunft des Tangerhütter Industrie-Ensembles aus? Eines steht fest: Egal wie die künftige Nutzung aussieht, die denkmalgeschützte Fasssade bleibt erhalten.
  • Christian Wohlt
    VonChristian Wohlt
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Sie lassen nicht locker. Vorsitzender Frank Dreihaupt und seine Mitstreiter im Verein „Aus einem Guss“ wollen Tangerhüttes industrielles Erbe erhalten und für Besucher noch besser erlebbar machen. Dabei haben sie besonders den Park mit den beiden Schlössern, die Industriehallen und die alte Modelltischlerei der Hütte im Blick.

Frank Dreihaupt und Jan Bauditz stellten den Gästen Rhoda Riccius, Danny Könnicke und Hajo Neumann ihre Ideen vor.

Tangerhütte – Bisher ist das nur eine Idee. Ob daraus ein Projekt werden kann, hängt nicht zuletzt von finanziellen Förderungsmöglichkeiten ab. Denn wie (fast) alles im Leben, gibt es auch so etwas nicht zum Nulltarif. Zupass kommt den Vereinsaktivisten, dass das Land Sachsen-Anhalt eine touristische Route zur Industriekultur plant. „Dazu würde Tangerhütte ideal passen“, meint Dreihaupt.

Die ehemalige Modelltischlerei könnte in einer späteren Ausstellung zur Industriegeschichte eine Rolle spielen.

Um die Chancen auszuloten, hatte er jetzt mit Rhoda Riccus, zuständige Referentin in der Staatskanzlei, Danny Könnecke, Geschäftsführer des Landesmuseumsverbandes und Hajo Neumann, Technikmuseum Magdeburg, fachkundige Leute zu Gast. Sichtlich interessiert und teils erstaunt erfuhren die Gäste vieles über das in dieser Form einmalige Industrie-Ensemble. Dreihaupt berichte von der Historie der jüngsten Stadt der Altmark, die untrennbar mit der von Hütte und Park verbunden ist. Vereinsmitglied Jan Bauditz erzählte die Geschichte des Kunstgusspavillons, der einst auf der Weltausstellung in Paris stand und dort sogar eine Auszeichnung erhielt. Die Industriehallen, der Gründungsort der Hütte, die mittlerweile in einem jämmerlichen Zustand sind, müssten erhalten werden. „Sowas darf man nicht wegschmeißen“, sagte er. Auch für dieses Objekt mit seiner denkmalgeschützten Fassade gab es bereits Ideen und leider darüber im Stadtrat Streit. Letztlich platzten bisher alle Träume, die Hallen zu retten und zu entwickeln.

Konkrete Formen nimmt bereits ein Projekt für seniorengerechtes Wohnen im ehemaligen EOS-Internat an.

Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos), der an der Führung ebenfalls teilnahm, konnte berichten, dass sich zumindest im Umfeld etwas tut. So nähmen nach seiner Aussage die Pläne für ein Wohnprojekt auf dem Gelände des früheren EOS-Internates konkrete Formen an. Dort sollen Senioren aus Berlin und Potsdam, die dem Großstadttrubel entfliehen wollen, ein neues zu Hause finden.

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