Zu kalte Temperaturen für die Beschichtung am Bauwerk bei Demker / Fertigstellung im Mai/Juni

Brückenbau: Es hapert am Wetter

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Noch müssen Fahrzeuge über die einspurige Behelfsbrücke zwischen Demker und Weißewarte fahren.

Demker/Weißewarte. Eigentlich sollte die Brücke über den Tanger zwischen Demker und Weißewarte stehen. Tut sie aber nicht.

Noch ist dort nur ein Betonkörper zu sehen, die Container für die Bauarbeiter stehen nicht mehr, und noch immer müssen die Autos über eine Behelfsbrücke fahren. Der Grund dafür sind die Temperaturen und einige Schwierigkeiten mit dem Einbau eines Traggerüstes für die Verschalung des Brückenkörpers.

Die hölzerne Verschalung gibt die Form vor, in die der Brückenkörper gestaltet wird. Ein Gerüst für diese Verschalung kam im vergangenen Jahr aber erst zu spät, um noch in 2015 den Beton mit einer schützenden Beschichtung zu behandeln.

Thomas Müller, Chef des Straßenbauamtes des Landkreises, vermutet derzeit, dass es noch bis etwa Mai/Juni dauern wird, bis die Brücke steht. Das Problem begann schon im Herbst. Da wurde klar, dass ein Traggerüst nicht so schnell aufgebaut werden konnte wie geplant. Dieses Gerüst hätte – wie eine Brücke selbst – über dem Tanger gestanden und eine Verschalung getragen. In diese Verschalung wiederum wäre – laienhaft erklärt – wie bei einer Kuchenform der Beton- und Stahlträgerkörper geformt worden. Das Gerüst hätte aber wegen Schwierigkeiten mit dem Boden am Flussrand nicht schnell genug errichtet werden können. Somit kam auch der Beton- und Stahlträgerkörper zu spät. Der steht nun zwar, allerdings konnte er vor dem Winter nicht mit einer schützenden Beschichtung gegen Wasser behandelt werden. Diese Beschichtung nämlich braucht gewisse Mindest-Temperaturen: „Im Bauwerk muss eine Temperatur von mindestens acht Grad herrschen. Sonst platzt diese Beschichtung ab“, erklärt Müller. Und diese Temperatur war bereits unterschritten, nachdem das Betonwerk ausgetrocknet war. Auch die Außentemperatur dürfe nicht zu niedrig sein.

Die Beschichtung ist essentiell: „Sie schützt den Beton vor Niederschlagsfeuchtigkeit“, erklärt der Straßenbauamtschef. Wenn der Beton nicht wasserabweisend ist, können die Stahlträger in seinem Inneren rosten. Sie sind dafür da, den Brückenkörper vor den starken Zugkräften an der Unterseite der Brücke zu schützen, die entstehehen, wenn ein schweres Fahrzeug darüberfährt und sich die Brücke damit leicht nach unten durchbiegt. Würden sie rosten, wäre die ganze Tragfähigkeit der Brücke gefährdet.

„Wir haben im Herbst zu viel Zeit verloren, das war nicht so beabsichtigt“, gibt Müller zu. Nun müsse man auf Temperaturen warten, bei denen die schützende Beschichtung auf der Brückenkonstruktion hält. Laut Müller werde die Fertigstellung der Brücke damit noch bis Mai/Juni auf sich warten lassen. Solange müssen Autofahrer weiter die einspurige Behelfsbrücke nutzen.

Von Kai Hasse

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