Bürgermeister will an Erhalt des Kulturhauses mitarbeiten – aber ohne „Blankoscheck“

Brohm gibt Druck des Stadtrats nach

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Das Vertrauen in den Bürgermeister ist nicht mehr bei allen Tangerhütter Stadträten da. Sie ärgerten sich offen über das Vorpreschen des Bürgermeisters, der das Schließen des Kulturhauses offen angeregt hatte.

Tangerhütte. Ein Schritt vor, einer zurück, eine Entschuldigung und etwas Unversöhnlichkeit: Das Tauziehen um Absichtsbekundungen um das Kulturhaus geht weiter.

Der Stadtrat Tangerhütte hat seinem Bürgermeister Andreas Brohm in der vergangenen Sitzung des Stadtrates zumindest eine öffentliche Entschuldigung abgerungen, weil sich die Mitglieder von ihm übergangen fühlten. Und: Brohm will nun „gemeinsam mit dem Stadtrat daran arbeiten, dass das Kulturhaus erhalten wird“. Er hätte öffentlich sagen können: „Wir erhalten das Kulturhaus. “ Punkt. Das hat er aber nicht gesagt. Einige Räte sahen einen feinen Unterschied in beiden Sätzen – und sind erneut erbost.

Zuvor erklärte Brohm, sein Vorgehen um den Haushalt sei falsch gewesen. Er hatte Eckpunkte eines Haushaltsentwurf an die Presse gegeben, bevor die Räte sich ein Bild über das Werk machen konnten. Darin ein pikantes Detail: Um den Haushalt auszugleichen, sei es nötig, sich vom Kulturhaus zu trennen. Räte aller Fraktionen waren empört darüber, dass vorher nicht mit ihnen geredet wurde, und auch wegen des Punktes Kulturhaus. „Ich bitte um Entschuldigung in aller Form“, sagte er nun und warb um Verständnis: Das kommunalpolitische Vorgehen sei ihm noch fremd, er als Kaufmann strebe stets die „Schwarze Null“ an. Er werde auch in puncto Kulturhaus das Gespräch mit dem Rat suchen. Werner Jacob (CDU) bohrte nach: konkreter bitte. Und Brohm: „Wir kämpfen gemeinsam dafür, dass wir es erhalten. Einen Blankoscheck kann ich aber nicht geben.“ [...]

Von Kai Hasse

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