Gemeindewehrleiter Nils Wilhelm zieht vor dem Tangerhütter Stadtrat Bilanz

Brennende Probleme der Wehr

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Gemeindewehrleiter Nils Wilhelm zog im Stadtrat Bilanz.

Tangerhütte. Brände, Unfälle, Unwetter. . . Die Feuerwehren der Einheitsgemeinde Tangerhütte hatten im vergangenen Jahr reichlich zu tun.

Genau 133 Einsätze bei 81 Ereignissen listet die Bilanz 2017 auf, die Gemeindewehrleiter Nils Wilhelm am Mittwochabend im Stadtrat vorstellte. Nicht immer ging es dabei um Leben und Tod. Mit 19 Einsätzen machten Brände nur einen vergleichsweise geringen Anteil aus. Dem stehen 59 Hilfeeinsätze gegenüber. Auch Brandschutzwachen gehören zum Aufgabenbereich.

Die Feuerwehren in der Einheitsgemeinde seien insgesamt gut aufgestellt, konnte der oberste Brandschützer berichten. „Die Zusammenarbeit mit Stadtrat und Verwaltung klappt gut“, lobte er. Wo es Probleme gibt, bemühe man sich gemeinsam, diese zu überwinden. Die Modernisierung der zum Teil sehr alten Ausrüstung zähle dazu. Dass einige aus DDR-Zeiten stammende Fahrzeuge noch einsatzfähig sind, sei allein dem Enthusiasmus der Kameraden zu danken. „Selbst der LO sieht aus wie aus dem Ei gepellt“, so Wilhelm. Dennoch: „Bei unserem Löschfahrzeug habe ich stets Angst, dass wir bei der Fahrt zum Einsatz den Aufsatz verlieren“, brachte er die Situation auf den Punkt.

Für Investitionen stehen in diesem Jahr 660 000 Euro zur Verfügung. In den beiden Folgejahren werden es je 485 000 Euro und 2021 knapp 685 000 Euro sein. Ein Großteil wird als kommunaler Fördermittelanteil in den Bau neuer Gerätehäuser fließen. Für das in Bittkau sind die Planungen bereits abgeschlossen und die Fördermittel beantragt. Ein baugleiches Gebäude soll in Lüderitz entstehen, wo die Anforderungen durch die Autobahn wachsen werden. Tangerhütte verfüge bereits über ein modernes Objekt. Auf diese drei Schwerpunktbereiche sollen die Wehren künftig konzentriert werden. Nicht jede Ortschaft könne ihr eigenes Gerätehaus behalten. „Das ist schmerzlich, aber da müssen wir durch“, so der Feuerwehrchef.

Ziel sei es, die Einsatzbereitschaft auf hohem Niveau zu erhalten. Insgesamt 361 Feuerwehrleute gehören in den drei Bereichen den Einsatzabteilungen an. Lediglich 74 Kameraden sind davon tagsüber verfügbar. In einigen Ortschaften gibt es kein aktives Feuerwehrmitglied mehr. Ein zunehmendes Problem: Immer weniger Einsatzkräfte verfügen über eine Atemschutzgeräteausbildung. Die Anforderungen dafür seien hoch, die Anreize zu gering, klagte Wilhelm.

Die Zukunft der Einsatzabteilungen sieht er in der Jugendfeuerwehr. Deren Mitgliederzahl habe sich erfreulich entwickelt, von 16 im Jahr 2013 auf 41 im vergangenen Jahr. Der Kinderfeuerwehr gehören 36 kleine Feuerwehrleute an. Mit 148 Mitgliedern stabil sei die Alters- und Ehrenabteilung. Den älteren Kameraden sei in den vergangenen Jahren nicht die Aufmerksamkeit zuteilgeworden, die ihnen gebühre. Das werde sich ändern, versprach der Wehrleiter.

Von Christian Wohlt

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