Gleichnamige Orte in Altmark und Afrika wollen engere Beziehungen

Besuch aus Lüderitz in Lüderitz

+
Bruno de Comarmond hat der Lüderitzer Ortbürgermeisterin Edith Braun und Tangerhüttes Einheitsgemeindebürgermeister Informationen über Namibia mitgebracht. 

Lüderitz/Lüderitz. Besuch vom anderen Ende der Welt in Lüderitz. Schon zum zweitem Mal war Bruno de Comarmond, Vertreter der gleichnamigen, 9000 Kilometer entfernten Stadt in Namibia, in das altmärkische Dorf gekommen.

Wie 2017 nutzte er die Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin zu einem Abstecher in die Altmark.

Neben Ortsbürgermeisterin Edith Braun war diesmal auch Einheitsgemeindebürgermeister Andreas Brohm (beide parteilos) dabei, denn das Band zwischen beiden Orten soll enger geknüpft werden. Vielleicht entsteht sogar die erste Partnerschaft zwischen einer Kommune in Sachsen-Anhalt und einer Stadt in Namibia daraus. Bei Braun und Brohm rannte er mit der Idee offenen Türen ein. „Schließlich gibt es auf der Welt nur zwei Orte mit diesem Namen“, sagt de Comarmond. Zuvor hatte es schon Kontakte mit Hilaria Mukapuli, Bürgermeisterin des afrikanischen Lüderitz, gegeben (AZ berichtete).

Eine solche Beziehung zwischen namensgleichen Orten in Afrika und Deutschland wäre einmalig. Seit 2001 verbindet Bremen eine Städtepartnerschaft mit Windhuk, der Hauptstadt Namibias. Doch auch dabei kommt man um den Namen Lüderitz nicht herum. Der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz war es, der das Land im südwestlichen Afrika im 19. Jahrhundert für das Deutsche Kaiserreich in Besitz nahm. Nach ihm wurde die Bucht, in der er gelandet war und später die dort gegründete Stadt benannt. Seine Wurzeln müssen in der Altmark liegen, wusste Braun zu berichten. Lüderitz ist der Name eines altmärkischen Adelsgeschlechts.

Lüderitz in Namibia liegt in einer der unwirtschaftlichsten Gegenden der Welt.

Das Städtchen Lüderitz (Namibia) hat mit knapp 12 000 Bewohnern in etwa die gleiche Einwohnerzahl wie die Einheitsgemeinde Tangerhütte. Es liegt in einer der unwirtlichsten Gegenden der Welt. Umgeben von Wüsten bietet die Lüderitzbucht Schutz und ein angenehmes Klima. Obwohl nur noch knapp 50 Deutschsprachige dort leben, prägt die deutsche Kultur bis heute den Ort. Wer durch die Straßen spaziert, wähnt sich an vielen Stellen in heimatlichen Gefilden. Prächtige Bürgerhäuser, ein imposanter Bahnhof und die beeindruckende evangelische Kirche aus der Kolonialzeit zeugen vom Reichtum der damaligen deutschen Bewohner. Der gründete sich auf Diamanten, die nahe der Wüste gefunden wurden und auf der brutalen Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung.

Die Kolonialzeit hat Wunden für das Miteinander geschlagen. Eine Partnerschaft und das damit verbundene bessere Kennenlernen könnte dazu beitragen, dass diese verheilen. Außerdem würde sie große Aufmerksamkeit auf beide Orte richten und Touristen neugierig machen, hofft de Comarmond. Denn bisher kennen nur wenige Menschen Lüderitz. Das gilt sowohl für das Dorf in der Altmark, als auch für die Stadt in Namibia.

Von Christian Wohlt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare