Kreisel nicht vom Tisch / Autobahnbau beschert zunächst eine Ampel

Berüchtigte Kreuzung der B 189 nahe Lüderitz vor Wandel

Die Abbiegespuren links wie rechts sind seit einiger Zeit tabu. Eine übergroße Unfallgefahr soll von der Lüderitzer Kreuzung nicht mehr ausgehen. Es gilt Tempo 60.
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Die Abbiegespuren links wie rechts sind seit einiger Zeit tabu. Eine übergroße Unfallgefahr soll von der Lüderitzer Kreuzung nicht mehr ausgehen. Es gilt Tempo 60.

Lüderitz – Ihren Ruf wird sie so schnell nicht los. Die berühmt-berüchtigte Kreuzung der B 189 nahe Lüderitz kommt nun einem Umbruch näher. Die Bundesstraße wird durch die Autobahn spürbar an Fahrzeugen verlieren und zur Landesstraße 38 abgestuft.

Und es bleibt dabei: Erst wenn die A 14 gebaut ist, lässt das Land abschließend prüfen, inwieweit der Knoten umgestaltet werden sollte. Innerhalb dieser „fachlichen Bewertung“, wie es Ministeriumssprecher Peter Mennicke auf Nachfrage der AZ nennt, geht es um drei Optionen: einen Kreisverkehr, die klassische Vorfahrtsquerung und eine Ampelkreuzung.

Anfang Februar kollidierten nahe Lüderitz zwei Pkw, drei Menschen sind verletzt worden.

Erst vor wenigen Tagen krachte es in Höhe der Tangerhütter Ortschaft, ein Autofahrer hatte einem anderen die Vorfahrt genommen, drei Menschen wurden verletzt. Die Kreuzung erlangte in der Vergangenheit durch ihre Unfallgefahr und Toten traurige Berühmtheit. Das Land ließ vor dreieinhalb Jahren die Rechtsabbiegespuren mit Baken sperren. Der Geradeaus- und der Abbiegeverkehr müssen sich die Spuren in Richtung Magdeburg und Stendal teilen. Ein einfaches Mittel, das Fahrern die Geschwindigkeit drosseln lasse und allgemein für mehr Sicherheit sorge, heißt es regelmäßig aus dem Verkehrsministerium.

Die Kreuzung gilt nicht mehr als Unfallhäufungsstelle erster Kategorie, wird jedoch noch in der sogenannten Drei-Jahres-Karte geführt. Kurz hinter der Abfahrt Lüderitz stießen im August 2019 zwei Pkw zusammen, eine Insassin starb. Die berüchtigte Kreuzung kommt nicht zur Ruhe. „Der Knotenpunkt unterliegt daher weiterhin einer besonderen Beobachtung durch die für die Verkehrssicherheit zuständigen Behörden“, versichert Mennicke. Die Verkehrsunfallkonferenz im Frühjahr 2019 habe die installierten Baken positiv bewertet. Die Polizei wird in einigen Tagen aktuelle Zahlen für den Landkreis vorlegen.

Durch die nach Norden verlängerte Autobahn dürfte der überregionale Verkehr fast völlig von der künftigen L 38 verschwinden. „Das bedeutet eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens am Knoten.“ Allerdings: Kommt es auf der Altmark-Autobahn zu einem Unfall, müsste der Lüderitzer Knoten einiges an zusätzlichem Verkehr aufnehmen können, wenn auch nur zeitweise. Die Kreuzung soll auch deshalb noch einmal gesondert betrachtet werden. Der Bau des Autobahnabschnitts wird momentan vorbereitet. Wann genau die Arbeiten im Bereich Stendal beginnen, scheint noch nicht abschließend geklärt.

Während der Arbeiten an der Autobahn wird der Verkehr über die Lüderitzer Kreuzung mit einer Ampel geregelt. Es gibt dafür auch einen ganz simplen Begriff: Baustellenampel. Sie wird anschließend wieder verschwinden. Mit dem Aufstellen der Lichtsignalanlage soll schon einmal die Deckschicht des Knotens erneuert werden. Die Markierungen werden neu gezogen. Was in der weiteren Zukunft passiert, müsse sich dann eben zeigen. Mennicke noch einmal: „Die Gestaltung des Knotenpunktes muss im Zusammenhang mit der A 14 und der damit verbundenen verkehrlichen Entwicklung im Straßennetz gesehen werden.“

Ein Kreisverkehr wäre wahrscheinlich die teuerste Variante. Vor einem halben Jahr bezifferte ein Ministeriumssprecher in Magdeburg die Kosten für einen möglichen Kreisel auf etwa 750 000 Euro. Bei den allgemein steigenden Baupreisen vielerorts könnte sich auch diese Summe erhöhen. Fest steht: Für den Schwerlastverkehr als entscheidende Bemessungsgröße müsste ein Kreisel den passenden Durchmesser und die nötige Fahrbahnbreite haben und bei Bedarf eine Durchfahrt erlauben. Kreisel, klassische Kreuzung mit Vorfahrtsregel oder Ampel, alles Zukunftsmusik. Für Mennicke aktuell wichtig: Der Knoten sei sicherer als vorher.

VON MARCO HERTZFELD  

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